Am Samstag bin ich meinen ersten Ultramarathon erfolgreich gelaufen!
Die Veranstaltung hieß
BrockenChallenge und ging 80,5km
mit knapp 2000 Höhenmetern im Auf- und 1100 Höhenmetern im Abstieg von
Göttingen aus durchs Eichsfeld bis in den Harz und schließlich auf den
Gipfel des Brocken.
Clemmi, Mama und Papa hatten sich spontan entschieden, mir beizustehen
und das Ganze gleich mit einem Kurzurlaub im verschneiten Harz zu
nutzen. Ich kann mich gar nicht genug dafür bedanken, es ist schon
toll, wenn man zwischendurch aufmunternde Worte und frische Sachen
bekommt und dann noch so toll am Ziel empfangen wird!
Bei so guter Unterstützung konnte auch gar nicht so viel schiefgehen
und ich bin nach
9:52h
am Brockengipfel ins Ziel eingelaufen.
Das Gelände bestand größtenteils aus Waldwegen und Forststraßen, es
waren aber auch ein paar Passagen durch Ortschaften mit Straßenboden
dabei.
Die ersten 40km waren nur leicht verschneit, allerdings gings dann mit
zunehmender Höhe in immer tiefer zugeschneites Gelände. Es gab da
immer mal Passagen (die längste war 10km), wo man gar nicht laufen
konnte sondern schon zügiges Gehen durch den knietiefen Schnee
(bergauf!) den Puls in die Höhe trieb.
Mama läuft die letzten Meter zum Verpflegungspunkt Barbis (42,5km) mit
Die Organisation des Laufs lief reibungslos, es ist echt toll, was die
vielen ehrenamtlichen Helfer da auf die Beine stellen. Das Startgeld
von 80€ kommt nämlich gänzlich guten Zwecken zugute, die ganze
Verpflegung, Unterkunft und die vielen Arbeitsstunden werden von
Firmen und Freiwilligen gestemmt.
Nochmal in Barbis
Im Endeffekt kam ich dann laut
vorläufiger Ergebnisliste
auf den 28. Platz (von 184 Startern), ein total gutes Ergebnis, dafür
dass das mein erster Ultra war.
Zieleinlauf am Brockengipfel
Glücklich, erschöpft, bereift
Am Gipfel angekommen kam dann auch noch Thomas dazu, der eigentlich
die letzten 8km mit mir mitlaufen wollte, was aber wegen einer
Kombination aus Stau und meinem doch recht schnellen Vorrankommen
leider ins Wasser fiel. Ich hab mich trotzdem voll über die Geste
gefreut und hätte nicht schlecht geguckt, wenn ich nichtsahnend meinen
Trainingspartner an der Station entdeckt hätte :)
Die tollen Fotos sind übrigens alle von Clemmi gemacht, danke dafür!
Außerdem will ich mich nochmal bei allen bedanken, die mich in den
letzten Tagen, Wochen und Monaten unterstützt haben. Allen vorran
natürlich Mama, Papa und Clemmi dafür dass sie mitgekommen sind
letztes Wochenende, Thomas der die ganze Strecke gefahren ist, meine
mittwochlichen Trainingspartner (nochmal) Thomas und Jörn und auch
Thomas Wiedemuth und Tiemo Arndt, mit denen ich an Wochenenden lange
Trainingsläufe gemacht habe. Tiemo ist übrigens auch mitgelaufen und
als 6. in für mich unvorstellbaren 8:32h ins Ziel gelaufen - Respekt!
Wegen Hochwasser verschoben, fand dann am gestrigen Sonntag das 15. Dresdner Neujahrsschwimmen in der Elbe statt. Wolfgang und ich nahmen vorsichtigerweise an der kleineren Strecke über 400m teil, es reichte uns am Ende auch aus :) Danke an Tobi fürs Photographieren.
Zu Weihnachten gibt es noch ein paar winterliche Impressionen vom vorletzten Wochenende, wo ich mit einigen Freunden bei ziemlich schottischen Bedingungen auf dem Lilienstein zu einer kleinen Wanderung war. Frohe Weihnachten an alle Leser!
Heute bin ich meinen ersten Marathon, den Dresden-Marathon gelaufen und habe meine Wunschzeit von 3:30 knapp unterboten, ich war nämlich nach
3:29:14
im Ziel am Ostra-Ufer. Ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei allen bedanken, die mich in den letzten Monaten und auch heute unterstützt haben, besonders bei Maxi (Fahrradbegleitung bei fast allen meinen langen Trainingsläufen, Massagen und emotionaler Support), Mama und Papa (ganz toll anfeuern heute, Gepäckaufbewahrung, Bananenservice und das 400g Rib-Eye Steak zur Muskelregeneration, Fotos machen, Massage und alles, was ich vergessen habe), Rebecca und Lisa für die entscheidenden lieben Worte vom benachbarten Fahrrad genau als es am meisten von Nöten war und Thomas und Martin für die Begleitung bei einigen Trainingsläufen (das waren die, die am meisten Spaß gemacht haben!).
Ich habe ziemlich Glück gehabt, dass ich mich bei meinem ersten Marathon so gut eingeschätzt hab, die ersten 40km waren wirklich (den Umständen entsprechend) angenehm und ich habe im zweiten Teil viele Leute überholt, die sich etwas übernommen hatten (oder einfach nur Pech gehabt hatten). Erst bei Kilometer 40 gingen die Energiereserven zu Ende und mein Puls nach oben, sodass die ganze Sache weniger Spaß machte, aber ich denke soetwas gehört eben auch dazu, sich die letzten 10 Minuten auch etwas zu Quälen und die eigenen Grenzen zu erfahren. Ansonsten ist man eben nicht an seinem Limit gelaufen. Der Grat zwischen den beiden Extremen ist natürlich schmal, ich hab ihn trotz meiner mangelnden Erfahrung (der längste Trainingslauf war 34km) wohl ziemlich gut erwischt.
Die Idee, mal einen Marathon zu laufen hatte ich schon eine Weile, aber ich wurde immer wieder von Verletzungen früh im Training zur Aufgabe gezwungen. Dann habe ich dieses Jahr das Laufen in sogenannten Barfußschuhen entdeckt. Die Idee kam von einem Paper von Prof. Daniel E. Lieberman in Nature und besagt, dass unsere Körper schon dafür gemacht sind, ohne viel Polsterung zu laufen, und dass Untersuchungen gezeigt haben, dass die meisten modernen Laufschuhe das Risiko für Verletzungen dramatisch steigern statt es zu verringern. Den vielen Erfolgsstories von Leuten, die es Probiert haben, in minimalistischen Schuhen zu laufen, kann jetzt jedenfalls eine hinzugefügt werden - meine :)
Nach einer einfach nur atemberaubenden Tour sind Maxi und ich wieder
wohlbehalten in Dresden angekommen. Im Gepäck haben wir nicht nur
viele tolle Erinnerungen und fast alle Ausrüstungsgegenstände, die wir
mit nach Lappland genommen haben, sondern auch ca 20GB an Fotos. Die
Fotos sind mittlerweile einigermaßen sortiert, bearbeitet,
zusammengefügt, kategorisiert und gebackuped. Die schönsten sind
diesem Reisebericht hinzugefügt worden. Als Grundlage dient mein
Reisetagebuch, das ich im ersten Teil der Tour noch gepflegt, später
aber sträflich vernachlässigt habe. Nachträgliche Ergänzungen habe
ich speziell gekennzeichnet.
Den GPS-Track zur Tour kann man sich
hier
anschauen. Insgesamt haben wir in 23 Tagen etwa 243km zurückgelegt,
und sind dabei 8918 Höhenmeter auf- und wieder abgestiegen, die
Rucksäcke wogen dabei 27kg bis 11kg (Maxi) und 35kg bis 25kg
(Jupp), die Schwankungen sind auf unsere verbrauchten Vorräte an Essen
und Gas zurückzuführen.
Wir sind mit Essenspaketen für 19 Tage gestartet, ca 9kg für Maxi und
14kg für mich, dazu kamen 4 Gaskartuschen, von denen wir aber nur 2½
verbraucht haben. Der Rucksack wurde also jeden Tag um einiges
leichter. Die genauen Packlisten gibt es im
Wiki.
24. August 2012 - Nachtzug Stockholm-Narvik
Nun sitze ich wieder im Zug nach Gällivare, obwohl mir alles schon
sehr bekannt vorkommt, bin ich doch überaus gespannt und weiß nicht so
recht, was mich erwartet. Gestern sind wir in Frankfurt Oder
losgefahren, Mama und Papa haben Maxi und mich zum Bahnhof
gebracht.
Maxis Ausrüstung vor dem Einpacken
Unsere Rucksäcke sind schon beim Weg über den Bahnhof
unangenehm schwer gewesen, Maxis wiegt 27kg und meiner 35kg. Das
Gewicht macht mir aber keine großen Sorgen, weiß ich doch, dass sich
der Körper nach den ersten Tagen gut daran gewöhnt und dass ja
außerdem jeden Tag Gewicht durch aufgebrauchtes Essen verloren
geht.
In Berlin sind wir nach einigem Warten in den Nachtzug nach Malmö
gestiegen. Unser Schlafabteil teilten wir uns mit einem sehr netten
Schwedischen Ehepaar, was ich gleich ausnutzte, um meine bescheidenen
Schwedischkenntnisse etwas zu testen, was auch erstaunlich gut
funktionierte.
Die Nacht verlief ruhig, ich denke ich habe eine recht solide Menge
und Qualität Schlaf abbekommen. Maxi ging es nicht so gut dabei, sie
hat wohl einen lediglich sehr leichten Schlaf gehabt.
In Malmö war ich erstmal bei Starbucks, habe aber aus Versehen
Frappuchino statt Cappuchino gekauft, sodass ich dann mit 2
Frappuchinos für mich allein dastand. Glücklicherweise erinnerte sich
die Verkäuferin an Maxis Namen und schenkte ihr den Kaffee gratis
aus. Das nenne ich mal tollen Service.
Die anschließende Reise im
X2000 nach Stockholm verlief
gewohnt entspannt und ereignislos. Ich kam gut mit meinem Buch
“Relentless Forward Progress”, einer Art Manual zum Ultramarathon
laufen vorran. In Stockholm angekommen beschlossen wir, die 4 Stunden
Aufenthalt zu nutzen, um der
Gamla Stan einen Besuch
abzustatten. Maxi war ja noch nie in Stockholm gewesen, also fiel mir
die Rolle des Fremdenführers zu. Da mein letzter Stockholm-Besuch
schon eine Weile her war, musste ich mich auch öfter orientieren,
vermisste mein iPhone und wunderte mich, wie Leute früher, als es noch
kein GPS und Google Maps gab, in fremden Städten zurecht gekommen
sind. Es hat aber auch ohne moderne Technik alles gut geklappt.
Wir gingen Richtung Gamla Stan, über den Riddarholmen, durch kleine
Gässchen zur Deutschen Kirche, in die wir dann auch hereingegangen
sind. Dort hat mich am meisten ein Fensterbild fasziniert, in dem vom
Jesus-Baby ein heller Schein ausgeht, der auf die Personen in dem Bild
einen realistischen Licht-Schatteneffekt erzeugt. Da genau dieses
Fenster gerade vom Sonnenlicht durchflutet wurde, hatte die Szene eine
Dynamik, die sonst nie von gemalten Bildern oder Fotos erreicht wird,
sehr beeindruckend.
Anschließend sind wir in Richtung Nobelmuseum gelaufen, haben kurz aus
dem Brunnen dort getrunken und die Athmosphäre des Platzes auf einer
Bank sitzend genossen. Die Tour führte uns am Westufer der Gamla
Stan-Insel am Königspalast vorbei wieder zum Bahnhof zurück. Dort
gönnte ich mir in Voraussicht der bevorstehenden Wochen
Unterernährung (keiner kann soviel Essen mitschleppen, wie er auf
solchen Touren eigentlich bräuchte) ein großeß Menü beim Burger King.
Später setzten wir uns ans Gleis 4 und wartetetn auf unseren Zug. Bald
gesellte sich ein junger Münchener zu uns, welcher auch nach Narvik
unterwegs war und Richtung Nordkap weitertrampen wollte. Mein Gewissen
konnte sich nicht ganz entscheiden, ob ich ihm die Illusion nehmen
sollte, dass am Nordkap irgendetwas besonderes oder sehenswertes bis
auf ein gutes Beispiel für die Abzocke von Deutschen Rentnern mit
absolut gar nichts ist. Einerseits möchte ich ihn davor warnen,
andererseits könnte ich ihm seine Illusionen nie so gut nehmen wie das
eigentlichte Erlebnis, dort zwischen den Bussen anzukommen.
Unsere zwei Sitznachbarn im Zug, der auch bald vorfuhr, sind Engländer
und auf Anhieb sehr sympathisch. Sie gehen auch Bergsteigen und haben
schon in Chamonix und dem Jungfrauengebeit einige Touren unternommen,
die auch auf meiner Liste stehen, allen vorran den Cosmiques-Grat auf
die Aiguille du Midi. Sie wollen von Abisko aus den Kungsleden nach
Süden gehen und auf dem Weg den Kebnekaise besteigen.
Der Zug ist noch ziemlich voll, ich hoffe, dass noch Leute aussteigen,
damit die Nacht mit mehr Platz etwas entspannter wird. Wenn nicht ist’s
auch nicht schlimm, ab morgen wird in frischer Fjällluft im Hilleberg
geschlafen.
27. August 2012 - Njiravbuollda
Endlich wieder gutes Wetter! Nach der epischen Bahn- und Busfahrt sind
wir am Suorvadamm ausgestiegen, haben unser letztes Glas Ajvar mit
unserem letzten Scheiben Brot vertilgt und haben uns auf den Weg in
die Wildnis gemacht. Bei herrlichem Sonnenschein gingen wir die 3km
über eine Schotterstraße über den recht hässlichen Staudamm. Auf der
anderen Seite angekommen nahmen wir erst einmal kurz den falschen Weg
in Richtung eines Rengärdes. Dort fielen (bei menschlichen
Bedürfnissen) erst einmal eine große Schar Mücken über uns her. Nach
der kleinen Pause wurde der Navigationsfehler aber korrigiert und wir
liefen am Ufer des Stausees einige Kilometer durch teils gutes, teils
sehr anstrengendes Gelände (Sumpf, große Steine, sich verlaufender
oder gar nicht erst vorhandener Pfad).
Danach ging es aber auf einem tollen Pfad auf einer Art Grat im Hang,
in offener Landschaft, vom Stausee aus den Berg hinauf, während sich
das Gelände und das Tal hinter uns immer weiter öffnete. Weiter oben
wurde es wieder sumpfig. Müde, wie wir von der langen Fahrt waren,
sehnten wir uns nach einem Zeltplatz. Vorher musste aber noch ein
Fluss gefurtet werder, nämlich der Njabbejåhkå. Es ließ sich keine
einfache Stelle finden, also hieß es Schuhe aus, rein in die
Vibrams. Da dies Maxis erste Furt war, und weil sie mich mit diesem
Blick anschaute, bei dem ich einfach nicht nein sagen kann, trug ich
ihren Rucksack auch noch hinüber, machte die Furt also 3 mal. Bis auf
das kalte Wasser war es aber kein Problem.
Es fand sich wenige Meter weiter auch ein schöner Zeltplatz an einem
See. Der Slugga mit seiner fast perfekt symmetrischen Kegelform
thronte über uns. Maxi machte sich, während ich das Zelt aufbaute,
gleich ans Kochen und es gab eine stärkende Brühe zum Aufwärmen,
danach das eigentliche Abendbrot, bei mir gab es “Spicy Beef
Casserole”.
Nach dem Abendessen sahen wir von Westen her Regen kommen, obwohl noch
die Sonne schien. Neben dem Slugga entstand ein doppelter Regenbogen,
das Klacken der Spiegelreflexkamera ertönte über dem See. Bald kam der
Regen dann auch bei uns an, also hieß es - rasch ins Zelt und die
wohlverdienten Schlafeinheiten nachholen. Die ganze Nacht verlief
ruhig, einmal wachte ich auf, als große Regentropfen lautstark auf das
Zelt prasselten.
Maxi vor dem Furten des Njabbejåhkå am ersten TagRegenbogen über dem Zelt am See 642m, unserem ersten ZeltplatzInteressante Wolke
Der nächste Tag startete regenfrei. Wir erwärmten Wasser und saßen auf
unserer Anhöhe am See und aßen warme Haferflocken, packten dann unsere
Sachen zusammen und bauten zuletzt das noch nasse Zelt ab. Dabei fing
es auch schon an zu nieseln, und es sollte den Rest des Tages nicht
mehr aufhören. Nach dem See verlief sich der Pfad und wir nahmen mit
GPS-Gerät Peilung auf einen Punkt an einem Hang auf 900m Höhe auf, ab
dem man in dem sich langsam abzeichnenden Tal gut vorrankommen
sollte. An dieser Stelle sei nochmal auf den ausgezeichneten
Führer von Claes Grundsten
hingewiesen, der uns an dieser Stelle und auch später hervorragende
Dienste leistete. Das Gelände bis dahin war recht mühsam zu
durchwandern. Zuerst ging es durch mäßig dichten, steinigen Wald mit
kleinen Bächen, bald aber waren wir oberhalb der Baumgrenze (wir
sollten die nächsten 14 Tage keinen einzigen Baum sehen) angekommen,
dort war das Terrain sehr hügelig, immer wieder mussten wir durch
Sümpfe und kleine Bäche gelangen.
Kein gutes Wetter!
Es war dabei sehr windig und ich hatte mit meinem
Icebreaker-longsleeve, der Gore-Jacke darüber und der Gore-Hose mit
kurzer Unterhose eindeutig zu wenig angezogen. Beim Laufen war das
kein Problem, aber sobald wir Pausen einlegten (was bei unseren
schweren Rucksäcken recht häufig passierte), kühlte ich schnell aus,
wollte aber im Regen auch nicht in meinen Rucksack herumkramen und
mich fast komplett ausziehen, was im Nachhinein sicherlich ein Fehler
war.
Je weiter wir an Höhe gewannen, desto besser lief es sich. Maxi
übernahm zwischendurch immer einmal die Führung. Gegen Nachmittag
erreichten wir den Bach Sluggajåhkå, der sich eine ca 50m tiefe
Kerbschlucht gegraben hatte. Nach einem steilen Abstieg in die
Schlucht fanden wir eine gut markierte Furtstelle, für die wir
überraschenderweise nicht einmal die Schuhe ausziehen mussten.
Nach der Furt wurde das Gelände richtig ätzend, viele dichte
Weidenbüsche, dazwischen Sumpf und große, im nassen Zustand sehr
rutschige Blöcke. Wir hielten nach einem Zeltplatz ausschau, aber
alles Gelände, was einigermaßen eben war, war sehr sumpfig. Wir
quälten uns noch ewig weiter, bis sich um 17:30, nach 8 Stunden laufen
endlich ein geeigneter Platz fand.
Wir erahnten die tolle Landschaft um uns herum nur, konnten aber
aufgrund der niedrig hängenden Wolken nichts davon wirklich
sehen. Erschöpft bauten wir das Zelt auf, kochten warme Getränke und
das Abendessen.
In der darauf folgenden Nacht brach ein (im Vergleich zu dem was uns
noch erwarten sollte wirklich milder) Sturm los, die Temperatur sank
und es schneite aufs Zelt. Am nächsten Morgen war ans Weiterwandern
nicht zu denken. Es lag zwar nur wenig Schnee, aber der Wind war sehr
stark und es regnete und schneite ununterbrochen. Wir beschlossen also
(einstimmig), einen Schlechtwettertag einzulegen und vertrieben uns
die Zeit mit Lesen, Erzählen und Kuscheln (leider ließen sich die
Schlafsäcke nicht koppeln). Die ganze Zeit im Zelt herumzusitzen und
sich über das schlechte Wetter Gedanken zu machen motiviert natürlich
auch nicht gerade.
Umso toller war es dann, als gegen Nachmittag die Sonne kurz
durchbrach und Maxi beim Austreten nach dem Abendbrot stolz von blauem
Himmel berichtete. Draußen angekommen nahm auch ich die wilden
Bergmassive um uns herum zum ersten mal wahr und die deprimierende
Stimmung war wie weggeblasen.
Zeltplatz nach der Wetterbesserung
So frisch motiviert beschlossen wir, uns noch etwas zu bewegen und den
Hang Njiravbuollda, an dem sich unser Zeltplatz befand, heraufzugehen,
um den Sonnenuntergang zu sehen. Wir stiegen bis auf ca 1300m auf, die
Landschaft wurde dort oben immer arktischer und die Tiefblicke ins Tal
immer schöner. Aufgereiht am Horizont sahen wir die Gipfel des
Sarekmassivs, in näherer Umgebung einen weniger hohen Berg, um den
aber von der untergehenden Sonne orange getönte Wolken flossen. Das
Panorama war wunderschön, im Vordergrund die schneebedeckten
Felsen. Was für ein Abschluss für einen Schlechtwettertag!
Licht und Wolken
28. August 2012 - Bierikjavvre
Schon wieder ein Schlechtwettertag! Gestern bin ich sehr früh
aufgewacht. Die Nacht war klar und kalt gewesen, auf dem Zelt und den
umliegenden Wiesen war Reif, auf den Wasserlöchern und in meiner
Siggflasche Eis. Was mir beim Schreiben dieses Eintrags noch nicht
klar war: mein Schlafsack Cat’s Meow von The North Face wärmte nur
noch sehr schlecht, ab dieser Nacht sollten die Nächte wo ich nicht
frierend aufwachte zur Ausnahme gehören.
Gerade als ich meinen Kopf aus dem Zelt streckte, um nach dem Wetter
zu sehen ging die Sonne auf, ich sah den ersten Strahl des Tages am
Horizont. Als ich wenige Minuten später vor dem Zelt stand
(menschliches Bedürfniss), war auch schon ein wenig Wärme zu
spüren. Ich öffnete das Zelt weit (Maxi schlief noch friedlich) und
begann damit, die von den vorherigen Regentagen nassen
Ausrüstungsgegenstände feinsäuberlich an den Osthang neben das Zelt zu
legen, um sie ein wenig zu trocknen.
Trocknen der Ausrüstung mit dem markanten Berg Bierikbakte im Hintergrund
Der Himmel war strahlend blau, keine Wolke war zu sehen. Ich weckte
Maxi irgendwann, mit der Einladung, sich in die Sonne zu legen und
dort weiter zu schlafen. Stattdessen stand sie gleich auf, wir
bereiteten das Frühstück, packten die ganzen mitlerweile gut
getrockneten Sachen in unsere Rucksäcke und waren sehr pünktlich um 8
schon auf dem Trail.
Dieser war nach einem kleinen Abstieg weiter ins Tal hinab auch gut zu
finden und zu laufen. Leider zogen jedoch zunehmend von Osten dunkle
Wolken heran und unsere Hoffnung auf einen reinen Sonnentag verebbte
schnell. Der Bierikbakte und das Ähpár-Massiv stemmten sich aber
wacker gegen die Wolken und waren die ganze Zeit gut sichtbar, es
entstanden viele schöne Fotos.
Echte Engelwurz, Angelica officinalisWolken im Ähpár-Massiv
Unser erstes Ziel war die Brück über den Guhkesvákkjåhkå, die wir auch
ziemlich schnell erreichten. Von dort aus boten sich uns zwei
Varianten für den weiteren Weg, entweder wir gingen um den Bergrücken
Vuojnesvárásj herum, oder wir überstiegen ihn, was einen Anstieg von
200 Höhenmetern bedeutete, aber einige Kilometer an Weg
ersparte. Aufgrund des noch guten Wetters entschlossen wir uns für den
Pass.
Auf der Wanderung zur Brücke über den Guhkesvákkjåhkå
Der Aufstieg zum Pass war steil, wir entdeckten mehrere
Bilderbuchzeltplätze und auf dem Pass einen kleinen See mit einem
hervorragenden Ausblick auf den Bierikbakte. Dort oben holte uns
allerdings die Schlechtwetterfront ein, die wir seit mehreren Stunden
schon auf uns zukommen sahen und wir beeilten uns, das Ufer des Sees
Bierikjávvre zu erreichen, wo ich jetzt auch immer noch im Zelt liege
und diese Zeilen schreibe.
Es ging in angenehmem Gelände immer am Hang entlang, stetig
absteigend. Wir sahen mehrmals andere Wanderer im Tal und mit
fortschreitender Stunde wurden unsere Beine immer schwerer, wir
sehnten uns nach einem Zeltplatz.
Die Landschaft war nichtsdestsotrotz atemberaubend. Der See lag von
Gletschersedimenten tiefblau gefärbt vor uns, zur rechten Seite
befanden sich steile Berghänge und zur RLinken der Bierikvárásj, der
200m steil im Tal aufragte und über dem Fluss Bierikjåhkå
throhnte. Wir nahmen nicht den erstbesten Zeltplatz, der uns zu nahe
am Weg lag, sondern gingen noch ein paar hundert Meter weiter, um an
einer Wiese am Hang unser Lager aufzuschlagen.
Das Wetter war wechselhaft zu diesem Zeitpunkt. Zum Abendessen gab es
eine Riesenportion Sahne-Curry mit Früchten und Reis. Als wir im Zelt
lagen, ging der Regen schon wieder los und es wurde stürmisch. So
blieb es auch die ganze Nacht hindurch und heute Morgen war ans
Weitergehen nicht zu denken. Der Wind bließ ziemlich stark und immer
wieder prasselten uns die Tropfen aufs Zelt. Es wurde also ein
weiterer Schlechtwettertag im Zelt verbracht. Diesen Luxus können wir
uns ja aufgrund unseres reichlichen Proviants gönnen.
Ich vertrieb mir die Zeit mit schlafen und lesen, Krakauers “Where Men
Win Glory” ist mittlerweile ausgelesen und wie immer exzellent
recherchiert und geschrieben. Als nächstes werde ich wohl “Children of
the Sky” von Vernor Vinge lesen.
Gegen Nachmittag wurde der Wind dann ruhiger und auch der Regen ließ
nach. Es war aber auch schon zu spät, um das Lager abzubauen und
weiterzulaufen, also beschlossen wir stattdessen, noch eine kleine
Tagestour auf den Bierikvárásj zu unternehmen. Das an sich ist
eigentlich kein großen Problem (die Rückseite des Berges ist nicht
sehr steil), dummerweise steht er auf der von uns aus falschen Seite
des Flusses Bierikjåhkå, einem recht stattlichen Flusses, den wir für
diese Unternehmung durchwaten mussten.
Wir gingen also mit leicher Tagesausrüstung wieder einige wenige
Kilometer zurück nach Osten, während das Wetter immer weiter
aufklarte. Die “Watstelle”, die in Grundstens Führer beschrieb,
bestand aus einer Kette von größtenteils über, manchmal jedoch auch
unter der Wasseroberfläche liegenden Steinen von teils beachtlicher
Größe, über die es zu balancieren galt.
Mir fiel das relativ leicht, allerdings gab es Stellen, an denen das
Wasser zwischen den Steinen tief und die Strömung stark war, dort gab
es eine moralische Komponente, weswegen Maxi auch einige Probleme
mit ihrem inneren Schweinehund hatte. Zu ihrer Verteidigung muss hier
gesagt werden, dass dies die erste derartige Unternehmung für sie war
und sie sich im Endeffekt tapfer über jegliche Hürden hinwegsetzte,
ohne jemals vor Mühen, Strapazen und Gefahren zurückzuschrecken.
Nach einigem Probieren schaffte sie es dann, sich zu überwinden, die
entscheidenen Schritte zu tun und es ging ihr immer leichter von der
Hand. Am anderen Ufer angekommen begannen wir dann den Aufstieg auf
den Berg, langsam auf seiner flachen Rückseite langgehend. Ohne
Rucksäcke ging das mit dem Aufsteigen auch wesentlich besser, außerdem
ließ sich immer mal wieder die Sonne blicken. Oben angekommen, bot sich
uns ein Panorama aus den umliegenden Gletschern, die sich türkisblau
auf beiden Seiten des Tales in dieses ergossen, dem Bierikjávvre, der
mit meinem Zelt an einem Ufer zwischen den steilen Wänden eingezwängt
dazwischenlag und dem Bierikjåhkå mit vielen schön gefärbten Mäandern.
Auf dem weitläufigen, komplex strukturierten Gipfelplateau fanden wir
auch Moltebeeren, die genau die richtige Reifestufe hatten und
vorzüglich schmeckten.
Blick von der Abbruchkante des BierikvárásjGipfelfoto
Beim Rückweg verlief das Furten nicht mehr ganz so einfach, Maxi
verlor das Gleichgewicht und steiß einen lauten Schrei aus, als sie
langsam wegrutschte. Ich hielt sie aber fest, sodass außer ein paar
Schreckenstränen nichts passierte. An der Schlüsselstelle rutschte ich
wiederrum ab, stand mit beiden Beinen bis zu den Oberschenkeln im
Wasser. Ich kletterte aber schnell auf den nächsten Felsen und meine
Schuhe wurden nur leicht nass. Mein unfreiwilliger Abgang nahm dann
allerdings den Rest von Maxis Nervenkostüm mit ins Wasser und sie
beschloss nach einigem Probieren, lieber die Hosen auszuziehen und die
Schlüsselstelle mit Vibrams watend zu umgehen.
Maxi beim waten mit den Vibrams
Zu allem Überfluss schwamm beim Ausziehen dann noch eine Socke davon,
worüber wir aber, am anderen Ufer angekommen, schon wieder herzlich
lachen konnten. Der Magen knurrte auch schon, was uns antrieb, schnell
das Zelt zur erreichen. Auf dem Weg fand sich dann kurioserweise noch
eine Englische Zeitung, in trockenem Zustand wie dafür gemacht, unsere
Schuhe damit auszustopfen. Auch das Wetter war sehr angenehm, einer
der wenigen warmen und windstillen Abende, die es uns erlaubten, noch
bis nach Sonnenuntergang vor dem Zelt zu sitzen und die Szenerie auf
uns wirken zu lassen.
Zeltplatz am Bierikjávvre
30. August 2012 - Skárjá, über dem Rapaselet
Der Tag begann, wie wir es mittlerweile schon gewohnt waren, mit
Regen. Es kam aber für uns nicht in Frage, einen weiteren
Schlechtwettertag im Zelt zu verbringen, sodass uns einzelne
Sonnenstrahlen leicht zum Aufbruch überreden konnten. Der Weiterweg
sollte uns zuerst am westlichen Ufer des Bierijávvre entlang zur
Piela-Ebene, dann weiter durch das obere Rapadalen zum Skarja, dem
Herzen des Sareks führen. Der Weg am Ufer entlang lief sich sehr gut,
wir waren schon so sehr an ständig schlechtes Wetter beim Laufen mit
den Rucksäcken gewohnt, dass es uns trotz Nieselregen und starkem Wind
nicht so schlimm vorkam, da sich die Sonne immer wieder als Trost
einen Weg durch die lockere Wolkendecke bahnte.
Die Piela-Ebene war sehr schön, sowohl landschaftlich als auch aus der
Perspektive des auf angenehmen Untergrund erpichten Wanderers. Wir
passierten ein rotes Hilleberg Jannu-Zelt (das gleiche Modell nenne
ich auch stolz mein Eigen), wohl von Wanderern die anders als wir
einen Schlechtwettertag einlegten.
Im Rapadalen stießen wir dann auf den mir schon von einer früheren
Sarektour bekannten Pfad, der sich weit über dem Tal am Hang entlang
Richtung Skárjá windet. Dazwischen lag allerdings noch der einstweilen
tückische Gletscherbach Tjågnårisjågåsj. Dieser war aber nicht schwer
zu durchfurten, ein paar Meter durch eiskaltes, knietiefes Wasser und
schon hatten wir dieses Hindernis überwunden, glücklicherweise steigt
der Wasserspiegel wohl eher bei hohen Temperaturen als bei Regen an.
Maxi beim Durchwaten des Tjågnårisjågåsj
Der Rest des Weges bis nach Skárjá war gut ausgetreten, manchmal etwas
sumpfig aber im großen und ganzen kamen wir flott voran und am
Nachmittag erreichten wir bei immer schlechter werdendem Wetter die
Mikkastugan, eine kleine, unbewirtschaftete Schutzhütte, die einzige
für Wanderer zugängliche Hütte im Sarek. Dort war ein ständiges Kommen
und Gehen von Wanderern, sodass wir, immernoch die Einsamkeit suchend,
schnell den Weiterweg antraten. Wir gingen allerdings nur ein paar
Kilometer weiter, denn Regen und Wind wurden stärker und das Gelände
am Hang oberhalb des Rapaselet beschwerlicher.
Wir bauten das Zelt auf einem Absatz im Hang auf, die Aussicht war
atemberaubend, auf der anderen Seite des Deltas gab es einen über
tausend Meter hohen Hang, über dessen Rand sich Gletscher und Bäche
ergossen. Maxi hatte aufgrund der ständigen Feuchtigkeit Sorge um
ihren sehr hochwertigen Daunenschlafsack, der sich jedoch im Laufe
der weiteren Tour als sehr widerstandsfähig gegen die schwierigen
Bedingungen behauptete.
Mücke :)
31. August 2012 - Hügel im Állgavágge
Es regnete die gesamte Nacht hindurch sehr stark und ich begann, mir
wegen der Bedingungen Sorgen zu machen. Langanhaltender Regen kann in
der Hochgebirgsumgebung, in der wir uns befanden, selbst kleine Bäche
zu unüberwindlichen Hindernissen anschwellen lassen und ein
morgendlicher Blick auf den Hang auf der anderen Talseite zeigte
hunderte Rinnsaale, die sich schäumend über die Felsen ergossen. Der
Wasserfall oberhalb des Rapaselet war selbst über die Kilometer, die
ihn von uns trennten zu hören.
Nichtsdestsotrotz packten wir stoisch unsere Sachen, verrichteten
notwendige, wenn auch bei diesen Bedingungen unangenehme Tätigkeiten
wie Abwaschen und Kochen und brachen ohne Hoffnungen auf
Wetterbesserung in Richtung Guopervágge auf. Unsere Stimmung war
wirklich recht bedrückt zu diesem Zeitpunkt, wir redeten nicht viel,
sondern konzentrierten uns auf das anstrengende Gelände, das immer
wieder zwischen dichtem Gestrüpp, rutschigem Geröll und sumpfigem
Untergrund wechstelte. Eine ständige Freude waren uns jedoch die
Pausen, bei denen wir unsere Tagesrationen von Schokolade und in
meinem Fall Dörrfleisch verzehrten. Wir merkten von Tag zu Tag mehr,
wie sich unsere Körper an die stetige Belastung gewöhnten und jede
Form der Energiezufuhr mit erhöhter Kraft und besserem Gemüt
belohnten.
Bei eben einer solchen Pause erspähten wir aber kleine Löcher in der
Wolkendecke und die Temperatur stieg merklich. Im selben Maß, wie der
Hang, den wir querten weniger steil wurde, ließ auch der Wind nach und
die dichte Wolkendecke zog immer mehr auf. Unser nächstes Etappenziel
war die Furt über den Fluss Guoperjåhkå, die wir schon in der Ferne
erkennen konnten. Der Weg führte über einfach zu begehende Wiesen, die
wir bald im Sonnenlicht durchwanderten.
Nahe der Furt, am Eingang des Álggavágge in das Guopervágge
beschlossen wir dann, die unverhoffte Schönwetterperiode zu nutzen, um
unsere Kleidung zu trocknen und uns im eisig kalten Guoperjåhkå das
erste mal auf der Wanderung ausgiebig zu waschen. Wir durchwateten
einen flachen Arm des Flusses und tauchten unsere Körper in das
Wasser, wuschen Haut und Haare und setzten uns zum Trocknen in die
Sonne. Von unserem Stimmungstiefpunkt am Morgen waren wir trotz blauer
Lippen wieder weit entfernt!
Die anschließende Furt des Flusses war trotz seines Hochwassers
einfach, es ging knietief durch viele Arme auf angenehmen
Schotterbänken und bald hinauf ins Álggavágge. Dort wartete das erste
Mal wirklich einfach zu begehendes Gelände auf uns, die Schotterbänke des
Gálmmejåhkå ließen die Kilometer nur so dahinschmelzen, wir genossen
jeden davon, machten in der Sonne auf einer Anhöhe über dem Fluss
Pause und nahmen die Szenerie in uns auf.
Maxi durchwatet den Guohperjåhkå
Bald erreichten wir einen Abschnitt des Tales, der im Wanderführer als
“größtes Fußballfeld des Planeten” beschrieben wurde, und das nicht zu
Unrecht. Ablagerungen des Flusses hatten oberhalb des Zuflusses des
Gletscherflusses Áhkatjåhkå eine komplett Ebene, von niedrigem Gras
bewachsene Fläche entstehen lassen, die sich wie eine friedliche Insel
zwischen den Gletscherbehangenen steilen Bergwänden vor uns
ausstreckte. Die Beliebtheit des Álggavágges bei vielen Wanderern, von
der ich schon öfter gehört hatte wurde uns deutlich vor Augen
geführt. Auf einem kleinen Hügel schlugen wir unser Lager auf.
Von hier aus hatten wir auch, auf unseren zurückgelegten Weg blickend,
eine Art Tunnelblick direkt auf das Sarekmassiv und den sich ins Tal
schlängelnden Gletscher Mikkajegna.
Eingang des ÁlggavággeMaxi wärmt sich an ihrer Tasse
1. September 2012 - Hügel im Álggavágge
Wir erwachten zu einem strahlend blauen Himmel und beschlossen, das
gute Wetter zu nutzen, um eine Tagestour ins nahe gelegene Áhkavágge
zu nutzen, einem Kerbtal, dass sich tief ins Ålkatjmassiv
einschneidet, um dann am Gletscher Áhkajegna zu enden, der einen Pass
ins Sarvesvagge bildet.
Wolken beim Eingang des Áhkávágge
Wir gingen also los, ein Stück unserem Weg vom Vortag folgend, dann
Steil in die Berge abbiegend. Auf dem Weg sahen wir noch andere
Wanderer, die gerade ihr Zelt abbauten. Dies sollten für 12 Tage die
letzten Menschen sein, die uns begegneten. Es war angenehm warm und wir hatten Spaß
daran, einmal ohne die schweren Rucksäcke unterwegs zu sein.
Den Bach Áhkatjåhkå, der ein steiles Tal bildete, überwanden wir bei
einem großen Schneefeld, das uns beim Überqueren ein recht mulmiges
Gefühl in der Magengegend bescherte. Danach querten wir mehrere
Stunden den steilen Westhang oberhalb des Tales, um den Gletscher zu
vermeiden, da wir keine Steigeisen und Eispickel bei uns hatten. Das
Gehen in diesem Gelände wurde immer anstrengender und gefährlicher,
die großen Steine waren teilweise lose, immer wieder rutschten sie
unter unseren Füßen einige Zentimeter den Hang herunter und wir
mussten aufpassen.
Áhkajegna
Das Ziel unserer Wanderung war ein unbenannter See auf 1410m höhe
nordöstlich des Kanalberget. Claes Grundsten schwärmt in seinem Führer
sehr von diesem See, der sich zwischen steilen Felswänden befindet und
in dem der sehr interessante Gletscher Jågåsjgaskajegna kalbt. Dieser
Gletscher ist einer der wenigen
Plateaugletscher
des Sareks. Plateaugletscher unterscheiden sich von den häufiger
vorkommenden Talgletschern dadurch, dass sie nicht von Fels begrenzt
sind, sondern einen höchsten Punkt aus Eis besitzen, der eine
Eisscheide bildet von der aus das Eis zum Rand des Gletschers
fließt. Dort oben öffnete sich eine eigentümliche Landschaft vor
unseren Augen, über der sehr flachen Oberfläche des Gletschers waren,
wie Nunatait die umliegenden
Berge aufgereiht, die dazwischenliegenden Täler blieben dem Blick
verborgen. Es entstand ein Eindruck, den man sonst nur auf großen
Eiskappen in Grönland oder auf Island erwartet.
Aufgrund der späten Stunde sahen wir von einer Besteigung des
Kanalberget über seinen steilen Nordgrat ab und begnügten uns damit,
auf einer schneebedeckten Landzunge am Rand des Gletschers
entlangzugehen und diesen unwirklichen Ort auf uns einwirken zu
lassen.
Im See selbst trieben einige kleine Eisberge. Bald jedoch mussten wir
uns auch schon wieder an den Abstieg machen. Da der Áhkajegna im
unteren Bereich flach, aper- und
spaltenfrei war, beschlossen wir statt des steilen Hangs unseres
Hinweges über dessen Zunge zu gehen, was uns außerdem am großen
Gletschertor vorbeiführen würde. Das Gehen auf dem Gletscher ohne
Steigeisen war trotzdem nicht so einfach, wir mussten stetig
aufpassen, dass wir nicht auf dem Eis ausrutschten. Mir fiel das
wesentlich leichter als Maxi. Ich schwor mir, für die nächste Tour das
zusätzliche Gewicht der Steigeisen in Kauf zu nehmen.
Das Gletschertor war sehr beeindruckend und wir machten viele Fotos, es
fand sich auch eine vor Steinschlag geschützte Stelle (das
Gletschertor traf zufällig mit einer Mittelmoräne zusammen), an der man ein
paar Meter ins Innere des Gletschers hineingehen konnte, aus dem sich
der Áhjatjåhjå schäumend ergoss. Maxi war von dieser ihr unbekannten
Welt total fasziniert und trotz des gewaltigen Respekts vertraute sie
mir, die Bedingungen richtig einzuschätzen und nahm sich jeden Rat zu
Herzen, den ich ihr gab. Sie lernte schnell, sich sicher auf dem
komplizierten Untergund zu bewegen.
Wir erreichten auf leichterem Weg als beim Hinweg spät wieder unser
Zelt und fielen erschöpft und zufrieden mit diesem tollen Tag voller
gewaltiger Eindrücke bald in einen tiefen Schlaf.
Sarektjåhkkå-Massiv vom Álggavágge ausSteine im eisenhaltigen oberen Gálmmejåhkå
2. September 2012 - unteres nördliches Niejdariehpvágge
Der Tag begann ohne Regen, aber mit reichlich Wind und bedecktem
Himmel. Unser Weg führte uns weiter durchs schöne Álggavágge mit dem
Ziel, das Niejdariehpvágge zu erreichen, um je nach Bedingungen an
diesem oder am nächsten Tag über einen hohen Pass auf 1140m den
Übergang ins Sarvesvágge zu schaffen.
Der Wind machte aber das Vorankommen beschwerlich, obwohl er von
hinten kam und wir uns nicht dagegen stemmen mussten, nahmen uns die
Böen doch oft das Gleichgewicht, da unsere großen Rucksäcke eine große
Angriffsfläche für unverhoffte Windstöße boten. Mehrmals mussten wir
mit Hilfe der Stöcke Stürze abfangen, einmal jedoch drehte ich mich um
und sah, wie Maxi filmreif von einem Hügel geweht wurde. Ich erschrak
ziemlich stark, fand sie aber wohlauf und ob ihres unverhofften
Abgangs heftig lachend.
Frosch
Langsam ging auch der gut zu laufende Untergrund in sumpfige und von
dichtem Weidengestrüpp bewachsene Abschnitte über und unser Tempo
reduzierte sich, wir wünschten uns, die Gamaschen früh angezogen zu
haben statt sie, vom guten Gelände der letzten Etappe getäuscht,
tief im Rucksack verstaut zu haben.
Als wir so den Eingang des Niejdariehpvágge erreichten und sich ein
geschützter Zeltplatz vor uns auftat, zögerten wir nicht lange und
bauten das Zelt im lauten Rauschen des Baches Niejdariehpjågåsj auf.
Zeltplatz im Niejdariehpvágge
3. September 2012 - Sarvesvagge
Trotz Sonnenschein zum Frühstück fing es beim Abbau des Zeltes an zu
regnen und sollte unser Begleiter bleiben. Trotz der gelegentlichen
Schauer, die sich im Laufe des Tages über uns ergossen, empfanden wir
die Wanderung an diesem Tag als sehr schön. Von unserem Zeltplatz aus
stiegen wir den Pass hinauf, der uns mit bizarren, horizontal
geschichteten Felsformationen und gut zu begehenden Geröllfeldern
beeindruckte. So dauerte es nicht lange bis zur Wasserscheide des
Tals, von der aus wir unseren Weiterweg im Sarvesvágge und auch schon
die beindruckende Hochebene des Luohtoláhko erspähten.
Der Abstieg ins Sarvesvágge begann erst einfach über ein System von
Schneefeldern, unter denen immer wieder schönes blaues Eis schimmerte,
hier waren vor nicht allzu langer Zeit bestimmt auch einmal Gletscher.
Wir nahmen nach kurzem Kartenstudium, statt wie im Führer beschrieben
dem Bach zu folgen, eine steile Abkürzung indem wir einen steilen Hang
hinunter ins Tal abstiegen und uns so einige Kilometer ersparten. Das
Sarvesvágge war ähnlich schön wie das Álggavágge, aber viel wilder,
mit steileren, höheren Felswänden, die es begrenzten. Außerdem
befanden sich auf dem Talboden noch Schneefelder und der Untergrund
war abwechslungsreich, nie so anstrengend zu gehen, dass es der
Wanderfreude abträglich war, aber auch nie besonders einfach.
Falke im Sarvesvágge
Bald waren wir an der Wasserscheide des Tals angelangt, es wurde erst
sumpfig, dann angenehm zu gehen. Wir erreichten einen zwar steinigen,
aber ansonsten wunderschönen Zeltplatz am Eingang des Jiegnavágge. Wir
hatten von da einen wunderschönen Ausblick auf das westliche
Sarvesvágge und den Padjelanta, wo die Sonne gerade unterging. Die
gegenüberliegende Talseite war von Gras bewachsen und von tiefen
Rillen durchzogen, die in diesem Licht besonders unwirklich aussahen.
Glockenblumen am Zeltplatz
4. September 2012 - unterhalb des Eisfalls des Svenoniusgletschers
Das Wetter beim Erwachen sah nicht gut aus. Trotzdem hatte ich ein
gutes Gefühl und überzeugte Maxi nach reichlicher Diskussion, doch das
Lager abzubrechen und das Jiegnavágge hinaufzugehen. Das sollte sich
als ziemlicher Fehler herausstellen.
Der Weg ins Jiegnavagge begann sehr beschwerlich. Es ging zuerst an
einem sehr steilen Hang des tief eingeschnittenen Canyons des
Baches entlang. Da der Hang immer steiler wurde, und sich auf der anderen
Seite des Tales flaches Gelände öffnete, mussten wir irgendwie auf die
andere Seite des Canyons gelangen. Bald fand sich eine Stelle wo man
über rutschige Felsen abklettern konnte. Dort mussten wir mühsam den
vom einsetzenden Regen angeschwollenen Fluss furten, um genauso
beschwerlich auf der anderen Seite des Canyons wieder hinaufzukraxeln.
Währenddessen wurde der Wind immer stärker. Obwohl es sich nun auf der
anderen Seite des Tales leichter lief, begann um uns herum ein Sturm
zu wüten. Umkehren und wieder durch den Canyon und Fluss zu waten kam
nicht in Frage, also arrangierten wir uns mit unserer Situation und
gingen stoisch weiter das Tal hinauf. Wir sahen schon die Stelle vor
uns, an der sich das Tal gabelt und wir den linken, höheren, steileren
Abzweig nehmen mussten. Dieser sah von diesem Punkt aus sehr abweisend
aus. Wir mussten rechts eines unter einem Schneefeld verlaufenden
Bach über Geröll sehr steil aufsteigen. Der Regen hatte sich
mittlerweile weningstens in Schnee verwandelt, sodass wir nicht mehr
so stark durchnässt wurden.
Zwischendurch wehten auch immer wieder Wolkenfetzen über uns hinweg,
sodass unsere Sicht vermindert wurde und die Navigation somit
erschwert war. Als wir den Pass erreicht hatten, verschlechterte sich
die Sicht weiter, wir waren in einer unwirtlichen Landschaft aus
Schnee und blankem Fels, die uns keinen Schutz vor den Elementen
bot. Glücklicherweise schneite es noch nicht so stark. Ich wusste aus
einem Reisebericht, den ich gelesen hatte, dass es Zeltplätze unter
dem Eisfall des Svenonious geben sollte. Als die Nebelschwaden kurz
aufrissen, erspähte ich kurz den Eisfall bedrohlich aufragend in der
Ferne und wir probierten ziemlich orientierungslos, darauf zuzugehen.
Immer weiter verschlechterten sich die Sichtbedingungen, der Wind
hatte wenigstens nachgelassen. Es ging über
verschiedenste Moränen und trügerische Schneefelder mit darunter
rauschenden Bächen. Schließlich fanden wir, mit nur 10m Sicht um uns
herum einen ebenen Flecken und wir waren sehr froh, hier das Zelt
aufbauen und uns darin zurückziehen zu können. Es war immernoch sehr kalt.
Nach dieser Anstrengung gönnten wir uns einen ausgedehnten verspäteten
Mittagsschlaf und widmeten uns dem Tagebuchschreiben und Lesen. Am
frühen Abend bemerkten wir dann, dass sich der Wind legte und Teile der
Wolkendecke langsam aufklarten. Wir stiegen aus dem Zelt und nahmen
zum ersten mal unsere Umgebung wahr, denn der Wind hatte den ganzen
Nebel davongeweht.
Wir wurden an die Worte Claes Grundstens errinnert, der diese Stelle
als “betörendes Hochgebirgsmilleu” bezeichnete. Das enge Tal, durch
das wir im Nebel gewandert waren, war durch steile Felswände begrenzt.
Wo es sich öffnete, flossen Gletscher fast bis auf den Talboden
hinunter. Nur einige hundert Meter vom Zelt entfernt befand sich die
Abbruchkante des Eisfalls, viele Meter große Stücke Eis waren dort
übereinandergestapelt und schienen jeden Moment hinunterfallen zu
wollen. Wir hatten, ohne es zu merken, an einem kleinen See unser
Lager aufgeschlagen. Ein breit gefächerter Bach floss durch ein Bett
aus feinen Gletschersedimenten zum Luohtotjåhkå hinunter, der sich
teils schäumend steil, teils von mächtigen Schneefeldern bedeckt den
Weg hinunter ins Njoatosvágge suchte.
Noch beeindruckender war allerdings der Blick über das in der ferne
flach daliegende Luotholáhko, hinter der die Gipfel des Pårte-Massivs
steil aufragten. Ich nahm sofort die Kameratasche, zog meine Schuhe an
und machte mehrere Stunden lang hunderte Fotos im immer schöner
werdenden Abendlicht, während die immernoch von den Strapazen des
Tages erschöpfte Maxi sich um das Abendbrot kümmerte. Wir schliefen
bei sternenklarem Himmel ein und stellten uns einen Wecker auf 1:30,
in der Hoffnung, dann Nordlichter zu sehen, was sich aber leider als
nutzlos herausstellte.
Panorama des Pårte-MassivsPanorama unseres Zeltplatzes unterhalb des Eisfalls des Svenonius-GletschersHDR mit Zelt und TsähkkokHDR mit Tsähkkok und JiegnatjåhkkåLuohttojåhkå, Louhttoláhko und Pårte-Massiv im SonnenuntergangPanorama des Pårte-Massivs im SonnenuntergangEisfall des Svenonius-Gletschers und RyggåsbergetHDR mit Tsähkkok-MassivNoch ein HDR des TsähkkokPårte-Massiv
5. September 2012 - unterhalb des Eisfalls des Svenonius-Gletschers
Der Tag heute begann windig, stürmisch und nebelig. Wir waren uns
einig, dass wir bei diesen Bedingungen einen wohlverdienten Ruhetag
einlegen wollten. So lagen wir im Zelt, schonten unsere Muskeln und
probierten, uns mit der Tagesration etwas aufzupebbeln. Die
Anstrengung der letzten Tage machte sich nämlich auch in stark
gesteigertem Appettit bemerkbar und immer häufiger drehten sich unsere
Unterhaltungen darum, was die Zivilisation doch für kulinarische
Köstlichkeiten für uns bereithalten würde, ein Anzeichen dafür, dass
unsere Ernährung zwar ausgewogen, jedoch nicht dem stark erhöhten
Kalorienbedarf des Bergwanderers mit schwerem Gepäck gewachsen war.
Währenddessen nahm der Wind immer weiter zu und verwandelte sich in
einen regelrechten Sturm. Gegen Nachmittag flatterte das Zelt nur so
im Wind, es wurde, obwohl sich unsere Köpfe nur in 30cm Entfernung
voneinander befanden, immer schwerer, sich zu verständigen.
Wasser fürs Abendbrot holten wir nicht aus dem nahegelegenen Fluss,
sondern stellten Kochtöpfe unter die luvseitige Zeltwand, um Tropfen
und zunehmend auch Eisstücke zu sammeln und so einen ungemütlichen
Ausflug aus unserer windgeschützten Behausung zu vermeiden.
Die darauf folgende Nacht war sehr unangenehm, der Sturm wurde immer
stärker und ich begann mir Sorgen um die Stabilität des Zeltes zu
machen. Das Zelt an sich sollte jeglichen Stürmen standhalten können,
wird das Modell doch bei härtesten Bedingungen z.B. bei
Himalaya-Expeditionen verwendet,
aber zwei ungünstige Faktoren verminderten seine Wetterfestigkeit. Zum
einen habe ich beim Aufbau im windstillen Nebel am Vortag nicht auf
die Windrichtung eines eventuellen Sturms geachtet und das Zelt mit
der Längsseite zum Wind gestellt, wodurch es ihm eine wesentlich
größere Angriffsfläche bot und zudem noch der Eingang im Luv lag.
Außerdem bestand der Untergrund unter dem Zelt aus feinem
Gletschersand, der zwar fest gepresst war, jedoch wenn die starken
Böen sich gegen die Zeltleinen und damit auch gegen die im Sand
steckenden Heringe stemmten, nachgab.
Für diesen Fall mit Ohropax ausgerüstet schliefen wir jedoch trotzdem
erst einmal ein, in der Nacht wurde ich jedoch von einem feuchten
Gefühl auf meinem Gesicht wach. Das Zelt bog sich stark durch, der
Sturm tobte mit orkanartiger Kraft und mir war klar, dass sich einige
Heringe von den Abspannleinen gelöst hatten. Ich weckte also Maxi, die
mir bei eventuellen Problemen helfen sollte und begab mich hinaus in
das Inferno. Man konnte dort nicht aufrecht stehen. Ich begann also, im
Schein meiner Stirnlampe, mich gegen den Wind stemmend, eher kriechend
als gehend, den Zustand des Zeltes zu begutachten. Alle Heringe auf
der Luvseite des Zeltes waren herausgerissen und bei diesen
Bedingungen nicht auffindbar (als sich der Sturm wieder legte, fand ich
aber alle wieder, teils 20m vom Zelt entfernt). Ich nahm also einzeln
die Heringe aus der Leeseite des Zeltes, befestigte die Zeltleine
daran und begann, große, halb aus dem Sand ragende Felsbrocken
auszubuddeln, um die Heringe damit zu befestigen und die Zeltleinen
festzuspannen.
Nach 20 Minuten war ich mit der Stabilität zufrieden und kehrte
durchgefroren wieder in meinen Schlafsack zurück. Noch lange lag ich
wach im Zelt, die Müdigkeit war vom Adrenalin wie weggeblasen.
6. September 2012 - See Bálgatjávrásj
Am nächsten Morgen war es auch noch stürmisch, aber die brutale Gewalt
der letzten Nacht hatte sich gelegt. Dafür war die Temperatur merklich
gefallen und ein Eispanzer hüllte unser Zelt auf der Außenseite ein.
Die Befestigungen der letzten Nacht hatten exzellent gehalten, das
Zelt stand bombensicher. Wir kochten im Zelt heißes Wasser für unsere
Haferflocken und warteten auf eine Wetterbesserung. Bei mir stellte
sich langsam Langeweile ein, da die Batterien meines Ebook-Readers
nach vier gelesenen Büchern erschöpft waren. Ich fragte Maxi, ob ich ihr
einziges mitgebrachtes Buch, “Into Thin Air” von Jon Krakauer, lesen
dürfe. Ich hatte es vor Jahren schon einmal verschlungen und dachte
mir, dass es wohl besser sei als ein weiteres Mal den kompletten
Grundsten-Führer zu lesen. Ich kannte ihn bereits fast auswendig.
Da Maxi allerdings auf die gleiche Idee kam das Buch anzufangen, (sie
hatte es vorher ungelesen durchs Fjäll getragen) wurde nach jedem Kapitel
neu verhandelt, wer weiterlesen durfte.
Erst am späten Nachmittag klarte das Wetter auf. Wir waren unseren nun
fast drei-tägigen Aufenthalt auf dem hohen Pass (immerhin lag unser
Zeltplatz fast auf 1300m) so leid, dass wir noch um 4 in Richtung
des nun gut sichtbaren Luotholáhko losmarschierten. Beim Zusammenpacken
bemerkte ich, dass die Zelthülle aus dem Vorzelt im nächtlichen Sturm
geweht wurde. Dank seiner roten Signalfarbe konnte ich sie aber einige
Meter vom Zelt entfernt wiederfinden. Unauffindbar sollte Maxis Rucksackregenhülle
bleiben, die ebenso einen Abgang gemacht hatte und sich, grau wie sie war,
perfekt in ihrer neuen Umgebung tarnte. Es war sehr kalt
und windig, wir waren aber frohen Mutes und freuten uns über jeden
Meter, den wir in Richtung einer offeneren und freundlicheren Umgebung
vorankamen. Unsere vom Regenmarsch und dem darauffolgenden Sturm im
nebelumtosten Zelt nassen Sachen gefroren ziemlich schnell komplett
und es schneite leicht, was uns aber wesentlich lieber war als Regen.
Wir folgten zunächst dem Luothojåhkå, hielten dann aber unsere Höhe am
Nordhang des Tales, welches sich immer weiter öffnete. Wir stiegen
bald kurz über ein Schneefeld zum Bach herunter, der vom See
Luothovárásj herunter kam, durchfurteten diesen und erklommen auf der
gegenüberliegenden Seite einen erst steilen, dann immer mehr
abflachenden Hang hinauf zum gefrorenen Luotholáhko.
Schneefeld vor der Schlucht des Luohttojåhkå
Das Luohttoláhko hat mich bei der Vorbereitung der Tour schon sehr
interessiert und es war ein fester Bestandteil des Weges, den wir
geplant hatten. Es handelt sich um eine seltene Formation. Die Ebene
hat sich vor hunderten Millionen Jahren, vor Entstehung des heutigen
Skandinavischen Gebirges durch tektonische Prozesse 1000m erhoben. Es
ist umringt von steilen Gipfeln des Pårte-Massives auf der einen
Seite und der bereits erwähnten Berge, durch die uns unser Weg über
den Pass geführt hat auf der anderen Seite. Mächtige Gletscher fließen
vom Rand der Ebene bis auf sie hinab. Während wir also diese
beeindruckende geologische Formation erklommen, gaben die Wolken vor
uns langsam, stückchenweise das Pårte-Massiv frei, auf das wir uns
immer weiter zubewegten.
Unser Ziel war ein System von Seen, mitten auf dem Hochplateau
gelegen, an dem es in der ansonsten vegetationslosen Steinwüste
geeignete Zeltplätze geben sollte. Das Abendlicht spiegelte sich in
den Wasserlöchern und kleinen Bächen und es entstanden schöne Fotos.
Erst mit der Dämmerung erreichten wir einen passenden Zeltplatz,
bauten das immernoch gefrorene Zelt auf und kochten unser
wohlverdientes Abendbrot. Der Pass, der uns so schlechtes Wetter
beschert hatte, war in der Ferne noch sichtbar und war von dichten
Wolken eingehüllt. Wir waren trotz unserer gefrorenen Kleidung sehr
froh, diese späte Tagesetappe noch angetreten zu sein.
Auf dem LuohttoláhkoZeltplatz am Bálgatjávrásj
7. September 2012 - Terrasse unterhalb des Loametjåhkkå
Die Nacht war sehr kalt, und ich verfluchte unzählige male meinen
Schlafsack, der mir zwar in den vergangenen zwei Jahren gute Dienste
geleistet hatte, nun aber seine versprochene Wärmeleistung keinesfalls
erfüllte. Seit Tagen schlief ich in all meinen Anziehsachen und fror
trotzdem jämmerlich. Zumindest motivierte mich die morgendliche Kälte
einen frühen Start in den Tag zu beginnen und so stand ich wie sonst
auch oft vor Maxi auf, zog meine gefrorenen Schuhe an und begann mit
der Vorbereitung des Frühstücks. Vorher taute ich noch über dem Kocher
Maxis Schuhe noch etwas auf, da diese sie seit Beginn der Tour im
Stich ließen und ständig nass waren und dazu noch sehr unangenehm
gegen die Zehen drückten.
Wir beschlossen das sonnige Wetter für eine Besteigung des Berges
Noajdde zu nutzen, der am Rand der Hochebene steil ins Sarvesvágge
abfällt und laut Claes Grundsten einen vorzüglichen Aussichtspunkt
darstellen sollte. Bald waren wir also von dem immer wärmer werdenden
Wetter motiviert unterwegs und liefen erstaunlich bequem über
das steinige Hochplateau auf den vor uns aufragenden und von dieser
Seite nicht steilen Noajdde zu. Die Steine waren klein und flach und
wir brauchten, ohne die schweren Rucksäcke, nicht mal eine Stunde für
die 4km bis zum Fuß des Berges. Auf dem Weg fiel uns ein seltsamer,
großer Ring um die Sonne herum auf, den wir auch sogleich
fotografierten. Recherche nach Ende der Tour zeigte, dass es sich um ein
seltenes atmosphärisches Phänomen, einen
46º-Halo handelte.
Sehr seltener 46º-Halo um die Sonne
Der Aufstieg auf den Berg war nicht schwer, auch wenn der Schnee manchmal sehr
tief war und man bis zu den Oberschenkeln durch eine hart gepresste
Schicht einbrach. Es gab aber auch viele Steine, auf die man gefahrlos
treten konnte und im oberen Bereich war die Schneedecke sehr fest. Die
Sonne drückte, sodass wir uns von vielen unserer Bekleidungsschichten
trennten und nur im T-Shirt durch den Schnee stapften.
Auf dem Gipfel angekommen, eröffnete sich uns ein fantastisches
Panorama aus schneebedecktem Hochgebirge, durchzogen von satt grünen
Tälern. 800m unter uns befand sich das Sarvesvágge, durch das wir
einige Tage zuvor gewandert waren. Auch der Pass im Niejdariehpvágge
war sichtbar, ebenso wie die markante Gestalt des Bierikbákte, das
Sarektjåhkkå-Massiv, der Kanalberget und das Rapadalen.
Blick vom Noajdde ins SarvesvaggeGipfelpanorama vom NoajddeGipfelfoto vom NoajddeNoajddevágge, Luotholáhko und Pårte-Massiv
Wir machten viele Fotos, blieben lange auf dem Gipfel, machten uns
aber bald auch wieder auf den Weg zum Zelt. Dort angekommen,
entschieden wir, bei dem schönen Wetter noch eine Weile zu laufen und
das Hochplateau zu verlassen. So langsam näherten wir uns auch dem
Ende der Tour, und selbst die bescheidenen Annehmlichkeiten der Hütten
am Kungsleden ohne Strom und fließend Wasser hatten zu diesem
Zeitpunkt einen starke Anziehungskraft auf uns.
Wir gingen zwischen verschiedenen Seen entlang immer weiter auf den
700m über dem Plateau steil über uns aufragenden Felsturm
Sáitáristjåhkkå zu, der auch als “Matterhorn Schwedens” bezeichnet
wird, was sich aus dieser Position sehr gut nachvollziehen ließ. Wir
furteten mehrere kleine Bäche und folgten ihrem Zusammenfluss an einem
netten Wasserfall vorbei in ein von wunderschönem grünen Gras
bewachsenes Kerbtal. Die Farben der Wiesen taten unseren Augen nach
den Tagen voller kahler Felsen und Schnee gut.
Wir hielten uns hoch am Hang unter einem überhängenden Felsriegel, von
dem Eiszapfen herunterhingen. Das GPS zeigte uns nach einiger Zeit an,
dass darüber die Terrasse im Hang verborgen lag, die unser Ziel für
die nachmittagliche Wanderung darstellte. Nach einer ebenso steilen
wie kurzen und rutschigen Kraxelei durch eine Schwachstelle im
Felsriegel kamen wir auch dort oben an und blickten einem
wunderschönen Sonnenuntergang entgegen ins Njoatosvágge. Auf weichen
Wiesen errichteten wir das Zelt, freuten uns ob der freundlichen
Umgebung und genossen unser wohlverdientes Abendbrot.
Zeltplatz auf der Terrasse unterhalb des LoametjåhkkåBlick ins Njoatsosvágge
8. September 2012 - See westlich des Tjievrra
Der Tag startete mit wechselhaftem Wetter, mal schien die Sonne, mal
bedeckten Wolken den Himmel. Wir bauten routinemäßig und zügig unser
Lager ab und starteten den Weg auf der Terrasse entlang gen
Süden. Unter uns erstreckte sich das schon sehr herbstlich gefärbte
Njoatsosvágge, das im oberen, engen Teil noch schneebedeckt war.
Der Weg auf der Terrasse wurde immer anstrengender und je näher wir
dem Bach Ruopsokjåhkå kamen, destso größer wurden die Blockfelder, die
wir überqueren mussten. Einen richtigen Pfad hatten wir seit Tagen
nicht gesehen, nur vereinzelte Rentierspuren wiesen den Weg.
Es wehte ein unangenehm kalter Wind und bei unseren Pausen mussten wir
hinter Senken Schutz suchen und uns etwas warmes unterziehen, um nicht
zu sehr auszukühlen. Manchmal schneite es auch. Nichtsdestsotrotz
waren wir guter Dinge und die ab und zu auf uns herabscheinenede
Sonne, die klare Luft und der unwahrscheinliche Weitblick bescherte
uns Freude beim Wandern.
Als wir die steile Schlucht erreicht hatten, die sich der Ruopsokjåhkå in
den Hang gegraben hat, eröffnete sich uns eine Idylle, die uns wie
eine Oase vorkam. Das Geröll der Terrasse verwandelte sich in satte
Wiesen mit seltenen Pflanzen, die Sonne schien und die Schlucht gab
uns Schutz vor dem Wind. Es war schlagartig extrem warm und wir
spielten mit dem Gedanken, im Bach unterhalb eines malerischen
Wasserfalls baden zu gehen. Fünf Minuten später tobte ein Schneesturm
und wir verwarfen den Gedanken wieder. Für den Rest des Tages
wechselten sich Sonnenschein und Schneesturm im Minutentakt ab, was
für ein seltsames Wetter!
Herbstfärbung
Wir querten den Hang auf der anderen Seite der Schlucht und erreichten
in der späten Mittagszeit einen kleinen See auf einer Ebene. Aufgrund
des kalten Windes und des doch anstrengenden Tages davor (Tagestour
auf den Noajdde und dann noch bis Abends mit den Rucksäcken
weiterwandern) wollten wir dann auch nicht mehr weitergehen und
suchten uns einen windigen, aber dafür sonnigen Zeltplatz auf einem
kleinen Hügel neben besagtem See.
Maxi blieb im Zeltinnern, aber ich saß den Rest des Tages im Eingang
und schaute dem Schneesturm-Sonne-Gemisch draußen mit einiger
Faszination zu und kochte etwas Brühe und genoss die Aussicht. Es war
aber bitterkalt, die Temperatur sank immer weiter und wir machten uns
auf eine kühle Nacht gefasst.
Gegen Abend spazierten noch einige Rentiere vor dem Zelt und wir sahen
dass einige hundert Meter vor uns ein markierter Winterweg
entlangführte, der auch in der Karte eingezeichnet war. Das freute
mich, denn die 16GB-Speicherkarte der Kamera war so gut wie voll und
ich plante, sie durch die 8GB-Speicherkarte des GPS zu ersetzen. Das
hätte allerdings zur Folge, dass die topographische Karte auf dem
Gerät nicht mehr zur Verfügung stände und ich eventuelle Landmarken
manuell aus der Papierkarte eintragen müsste. Einem festen Pfad zu
folgen würde mir das weitestgehend ersparen.
9. September 2012 - Nahe dem Schneefeld über den Sähkokjåhkå
Der Tag startete ausnahmsweise mit tollem Wetter. Zwar war es
unglaublich kalt für die Jahreszeit, allerdings hatte sich der Wind
gelegt und die Sonne schien im strahlend blauen Himmel. Nach einer
weiteren kalten Nacht war ich wie gewohnt froh, als die Zeit zum
Aufstehen anbrach und ich mich mit den vielen kleinen Arbeiten, die
ein Leben abseits der Zivilisation verlangte, aufwärmen konnte.
Nach unserem Frühstück brachen wir auch bald bei perfektem, allerdings
zur Morgenstunde noch sehr kalten Wetter auf. Wir gingen in direkter
Linie zum markierten Winterweg in Richtung des Bergs Sähkok. Das erste
Mal seit Beginn unserer Tour hatten wir einen markierten Weg, dem wir
folgen konnten und mussten uns nicht mehr auf das Navigieren im Gelände mit
Karte und GPS verlassen.
Die Sonne schien grell, meine Sonnenbrille kam zum Einsatz und wir
bahnten uns unseren Weg über gut zu begehenden Untergrund und über in
der kalten Nacht bis zum Boden durchgefrorene Bäche, Furten blieben
uns somit erspart. Bald erreichten wir den Sähkok und auf der anderen
Seite der Anhöhe öffnete sich die Sicht und gab die mit dichten
Nadelwäldern gefüllten Täler und Ebenen um Kvikkjokk frei. Im Norden
sahen wir die geröll- und schneegefüllten Hänge des Bårddetjåhkkås,
des höchsten Berges im Pårte-Massiv. Auf einem Sattel unter seinem
Gipfel machten wir einen winzigen roten Punkt aus, dies musste das
Pårte-Observatorium sein, dass der Forscher Axel Hamberg hier 1914
errichten ließ.
Pause in der Sonne, trotzdem kalt
Aufgrund des guten Wetters überlegten wir nicht lange, da uns viele
geplante Tagestouren auf Grund des schlechten Wetters verwehrt
geblieben waren, wollten wir auf jeden Fall trotz der nicht mehr so
frühen Stunde noch eine Besteigung des Bårddetjåhkkås starten. Maxi
war auf Grund ihrer strapazierten Füße noch nicht sicher, ob sie dieser
Anstrengung gewachsen war, wollte aber auch nicht die Bergtour
verpassen.
Wir liefen noch einige Kilometer weiter bis zu einem viele Meter
dicken Schneefeld, das über den schwierig zu durchfurtenden Bach
Sähkohjåhkå fürte, legten dort unsere Rucksäcke ab, und machten eine
ausgedehnte Pause um unsere Kräfte für den 1000 Höhenmeter langen
Aufstieg zu sammeln. Wir starteten mit leichtem Gepäck um 14:30 den
Aufstieg. Es ging zuerst am Bach entlang über hügeliges,
abwechselnd auf Schneefeldern oder Gras gut zu laufendes, oft aber
auch von Geröll geprägtes Gelände. Immer näher kamen wir den Südhängen
des Bårddetjåhkkås.
Uns boten sich die Optionen entweder über Geröll oder über steile
Schneefelder den Hang hinauf zum Grat aufzusteigen. Maxi meinte, dass
die Schneefelder ihren beanspruchten Füßen wahrscheinlich besser
bekämen, und so starteten wir unseren Weg über diese hinauf. Ich ging
in schnellem Tempo vorraus, trat mit meinen Bergschuhen für Maxi
Stufen in den harten Schnee, um ihr das Steigen zu erleichtern. Es war
mir zu diesem Zeitpunkt sehr wichtig, dass wir in zügigem Tempo
vorrankämen, denn ich wollte unbedingt auf dem Rückweg leichteres
Gelände erreicht haben, bevor die Dunkelheit uns einholte.
Nach und nach erklommen wir den Hang, das Amphiteater des Tievrra
unter uns mit seinen Seen und Bächen wurde immer kleiner und sah fast
wie Spielzeug aus. Die Sonne schien, es wehte kein Wind und ich lief
im T-Shirt, obwohl die Temperatur im Schatten sicherlich niedrig
war. Schließlich gewannen wir den Grat und blickten hunderte Meter
senkrecht auf dessen anderer Seite hinab auf den Bårrdejegna, einen
sehr großen Gletscher, der das Pårte-Massiv auf dessen östlicher Seite
prägte. Nach kurzer Kraxelei standen wir auf dem Observatoriumsplateau
und bestaunten die dort angebrachten, von Eis verkrusteten
wissenschaftlichen Geräte, die wie ein Museum der Technikgeschichte
des letzten Jahrhunders auf der Ebene verteilt dastanden.
Ich hatte außerdem auf dem GPS-Gerät die Koordinaten eines Geocaches
gespeichert, der sich auch schnell an einem Steinmann fand. Diese
elitäre Errungenschaft wollte ich nicht verpassen, muss man doch
mindestens eine Woche wandern, um diesen Punkt zu erreichen und wieder
in die Zivilisation zurückzukehren. Außerdem versprach die
Beschreibung jedem Finder einige Biere, ausgegeben vom Owner in
Stockholm, was uns zu diesem Zeitpunkt stark reizte.
Lange Zeit zum Verweilen hatten wir allerdings nicht, stand die Sonne
doch schon tief am Himmel und waren es noch 200 Höhenmeter und ein
horizontaler Kilometer bis zum Gipfel. Dieser war von unserer Position
gut sichtbar über einen Schneegrat zur erreichen, der mit mächtigen
Wächten nach Norden über den Gletscher überhing. Wir hielten uns also
in respektvollem Abstand zur vermuteten Abbruchkante und sahen auch
schon alte Fußspuren von anderen Wanderern, denen wir Richtung des
Gipfels folgten. Dort oben angekommen erweiterte sich die sowieso
schon fantastische Aussicht noch um den westlichen Teil des
Pårte-Massivs, vor allem um den auch von dieser Seite aus spektakulär
steilen Gipfel des Sáitáristjåhkkå, der uns auch vom Luohttoláhko aus
fasziniert hatte. Wir nahmen uns vor, ihn irgendwann auf einer Tour
mit Kletterausrüstung einmal zu besteigen. Dahinter sagen wir auch,
scheinbar zum greifen Nahe, das Luohttoláhko selbst daliegen,
inklusive des Sees, an dem wir 4 Tage zuvor unser Lager aufgeschlagen
hatten.
Gipfelfoto auf dem Bårddetjåhkkå (2005m)
Blick vom Bårddetjåhkkå aufs Luohttoláhko mit dem markanten Gipfel Sáitáristjåhkkå im Vordergrund
Es entstanden viele schöne Fotos, doch die untergehende Sonne trieb
uns auch zur Eile, denn der lange Abstieg über die Schneefelder und
der Weg zurück zu den Rucksäcken wartete noch auf uns. Ein langes
Schneefeld, das wir beim Hinweg gesehen hatten entpruppte sich als zu
steil um es sicher in seinem jetzigen, gefrorenen Zustand für den
Abstieg zu nutzen und so mussten wir den Hang weit mal auf Schnee, mal
auf erstaunlich gut zu begehendem Geröll queren, um schließlich unsere
Aufstiegsspuren zu erreichen und an ihnen hinab schnell ins Tal zu
rutschen.
Der Weg zu den Rucksäcken zog sich gefühlte Ewigkeiten, waren wir doch
schon seit zwölf Stunden auf den Beinen und hatten den gesamten Tag über
schwer gearbeitet und nur wenige Pausen eingelegt. In fast totaler
Dunkelheit erreichten wir die Rucksäcke und bauten direkt am Rand der
Schlucht des Baches das Zelt auf, kochten unser Abendbrot und fielen
in einen tiefen, erschöpften Schlaf, froh über die Errungenschaften
des Tages.
10. September 2012 - Renvaktarstuga unterhalb des Tjoalta
Wir schliefen lange an diesem Tag, hatten wir uns ein wenig mehr Ruhe
als sonst doch reglich verdient. Außerdem fror ich nicht mehr so stark
wie sonst, da wir mittlerweile auf geringerer Höhe zelteten und der
bedeckte Himmel nichtmehr ganz so kalte Temperaturen erlaubte.
Unser Weiterweg für den Tag sollte uns auf einem deutlichen Pfad hinab
auf die Pårek-Ebene in Richtung Kungsleden führen. Wir querten
zunächst lange, auf gut zu begehendem Untergrund einen langen Hang,
sahen viele Rentiere und einige Schneehühner, und stiegen dann durch
immer dichter werdende Vegetation hinab auf die Baumgrenze zu. Die
ersten kümmerlichen arktischen Birken säumten den Pfad und kamen uns
wie unwirkliche Boten einer fast schon vergessenen Welt vor, waren wir
doch seit Anfang der Tour ausschließlich oberhalb der Baumgrenze
gewandert und hatten seit über zwei Wochen keinen Baum mehr aus der Nähe
gesehen.
Wir liefen vorbei am Samendorf Pårek und über die sumpfige Ebene
gleichen Namens. Zwischendurch musste noch ein breiter Fluss zwischen
zwei Seen gefurtet werden, der im Führer als unschwierig beschrieben
wurde. Allerdings bezog sich diese Bewertung auf steingefüllte Kisten,
über die man ohne die Schuhe auszuziehen treten können
sollte. Dummerweise bemerkte ich, beim Vorausgehen, dass genau an den
wichtigsten Stellen, nämlich denen mit tiefem Wasser und starker
Strömung, die Kisten vom Strom zerstört und hinweggespült worden
waren. Ich rief Maxi zu, besser die Watschuhe anzuziehen, probierte
aber trotzdem mein Glück auf einigen lockeren, 10cm tief im Wasser
sitzenden Felsbrocken. Fast fiel ich ins Wasser, stützte mich aber
noch mit den Wanderstöcken ab und erreichte trocken das
gegenüberliegende Ufer.
Die Zeit, die Maxi zum Umziehen und Waten brauchte, nutzte ich für die
Erkundung des Weiterwegs. Wir wollten nämlich nicht dem sonst üblichen
Pfad Richtung Kvikkjokk folgen, sondern nach der Furt in Richtung
einer Renvaktarstuga (Rentierwächterhütte) abbiegen und uns von dort
aus 3km durchs Gelände zum Kungsleden durchschlagen, was uns über 10km
Weg ersparen würde. Es gelang mir aber erst beim zweiten Versuch, den
Pfad im sumpfigen Gelände auszumachen und als ich zurückkehrte war
Maxi schon angekommen, trocknete sich die Füße ab und zog sich die
Wanderschuhe an.
Wir folgten dem Pfad, der sich aber schnell im Sumpf verlief. Jetzt
wäre die auf dem Bårddetjåhkkå um Platz für Fotos zu machen gelöschte
Karte im GPS-Gerät sehr hilfreich gewesen. Wir stapften also durch das
Sumpfgebiet, von Rentierpfaden geleitet, immer wieder bis zu den
Knöcheln im Schlamm stehend. Wir hielten uns an Oser, die wie Inseln
aus dem nassen Sumpf ragten und wenigstens für einige Meter trockenen
Untergrund versprachen. Bald fanden wir den Pfad wieder, nach einer
Weile stellte sich jedoch heraus, dass es der Pfad war, den wir
ursprünglich vermeiden wollten. Die generelle Richtung stimmte aber,
und ein Blick auf die Karte offenbarte die sinnvollerere Alternative,
später auf nicht mehr sumpfigen Untergrund einen Bogen zu schlagen, um
zu der Renvaktarstuga zu gelangen.
In der Zwischenzeit wurde auch das Wetter recht ungemütlich, von
Westen her zogen immer wieder dunkle Wolken mit leichten
Nieselschauern über die Ebene und unser Antrieb war nicht mehr das
Wandern selber, sondern mehr die schwindende Distanz zu den
Pårte-Hütten, die einen warmen, trockenen Platz am Ofen
versprachen. Bis dahin war allerdings noch einiges an Distanz zu
überwinden und bald verließen wir den Pfad, um unsere Abkürzung doch
noch zu nehmen. Wir umrundeten die Hälfte eines Sees, durchwateten
einige kleine Bäche und gingen über die von angenehmen Sträuchern und
Gras bewachsene Ebene, im letzen Teil auch durch dichten Birkenwald
zur Stuga.
Rentier
Diese war winzig klein und auch verschlossen. Es lag auch
viel Müll in der Umgebung, weswegen wir einen Zeltplatz in einiger
Entfernung zur Hütte bevorzugten. Ich probierte mich noch mehrere
Stunden im Nieselregen an der Errichtung eines Lagerfeuers, aber die
Nassen Zweige und Stämme wollten nich so recht Wärme spenden und so
gab ich mein Unterfangen zum von Maxi gekochten Abendbrot auch
frustriert wieder auf. Zumindest der Körpergeruch hatte sich durch den
vielen Qualm deutlich verbessert.
11. September 2012 - Pårtestuga
Der Nieselregen sollte die ganze Nacht hindurch nicht aufhören. Auch
am Morgen erwachten wir mit dem Geräusch der Tropfen auf dem
Außenzelt. Die Stimmung war auf einem Tiefpunkt angekommen. Die vielen
Tage auf engstem Raum forderten ihren Tribut und kleine
zwischenmenschliche Reibereien, im Alltag schnell vergessen und
vergeben, erschienen uns als ernsthafte Probleme und boten obendrein
noch eine willkommene Gelegenheit den Aufbruch im ungemütlichen Regen
mit Diskussionen zu verzögern. Um 12 waren aber alle Streitereien
geklärt, wir bauten das tropfnasse Zelt ab und machten uns durch
dichten Urwald auf den Weg. Das Ziel war der Fernwanderweg Kungsleden,
ein berühmter und viel begangener Weg, den ich auch schon in Teilen
auf früheren Touren begangen hatte und auf dem wir auf schnelleres
Vorankommen hoffen durften.
Dazwischen lag allerdings noch eine anstrengende Wanderung durch ein
enges, unzugängliches Tal, dicht bewaldet, mit einem rauschenden Bach
steil zwischen zwei Bergen ins Tal abfallend. Die Vegetation wurde mit
jedem Meter dichter, zwischen den Birken stehende Nadelbäume zeugten
von der ungewohnt niedrigen Höhe, in der wir uns mittlerweile
befanden.
Wir starteten auf der orographisch linken Seite des Baches, wo ich am
Vortag einfacheres Wandergelände als auf der rechten Seite
ausgekundschaftet hatte. Bald schauten wir aber in immer schwierigerem
Gelände aus Gestrüpp und Bäumen zwischen nassen, bemoosten, rutschigen
Steinen neidisch auf die andere Seite des Baches, wo Stellen mit Heide
ein leichteres Vorankommen ermöglichen würden. Wir stiegen also, die
letzten Meter über große Felsbrocken kletternd, hinunter zum Fluss und
balancierten auf Felsplatten über das schäumende Wasser. Auf der
anderen Seite befand sich ein Rentierzaun, an dem entlang sich ein
relativ guter Pfad für den Weiterweg anbot. Am Zaun entlang sollten
wir auch den Kungsleden erreichen, aber dabei einen kleinen Umweg von
2-3 km machen, was wir aber dank des schnelleren Vorankommens gern in
Kauf nahmen.
Wir gingen also am Zaun entlang, stetig langsam absteigend weiter,
mitlerweile vom nassen Gestrüpp bis auf die Knochen durchnässt. Sogar
meine Schuhe, bis jetzt relativ dicht (im Gegensatz zu Maxis Schuhen,
die sich quasi zu diesem Zeitpunkt halb aufgelöst hatten und
mindestens alle halbe Stunde in den letzten Wochen wüst von ihr
verflucht wurden), waren total durchnässt und machten schmatzende
Geräusche bei jedem Schritt.
Im Urwald
Der dichte Nadelwald, der im unteren Abschnitt des Tales folgte, war
für uns trotzdem faszinierend und die stetig wechselnde Vegetation
machte unser Wandern nicht eintönig. Nach einer letzten Furt und
einigen sumpfigen Stellen erreichten wir den Kungsleden, der uns für
die letzten Tage der Tour Richtung Norden nach Saltoluokta führen
sollte.
Trotz dessen unangenehm steiniger Beschaffenheit auf diesem Abschnitt
erfreuten wir uns daran, dass über jedem ach so kleinen Bach eine
Brücke auf uns wartete und sumpfige Stellen von hier aus mit
Holzbohlen versehen sein sollten. Wir legten eine ausgiebige Pause ein
und kochten unsere Haferflocken, die wir ausnahmsweise mit einer
Schokolade zum Frühstück ausgetauscht hatten.
Bald begegneten uns auch die ersten Menschen seit Tagen, was uns sehr
komisch vorkam. Wir erkundigten uns nach den Öffnungzeiten der Hütten,
besonders die Aktse-Hütten interessierten uns, da wir darauf
angewiesen waren, dort unsere schwindenden Vorräte an Proviant
aufzufrischen. Wir waren am Suorvadammen mit 18 Tagen an Essen
gestartet und hatten zu diesem Zeitpunkt noch zwei Tagesrationen und ein
Abendessen pro Person in unseren Rucksäcken. Wir mussten also am
nächsten Tag Aktse erreichen, denn in den Pårte-Hütten gab es keine
Möglichkeit, Essen nachzukaufen. Das Deutsche Pärchen, das wir
fragten, beruhigte uns jedoch mit der Aussage, die Aktse-Hütten hätten
noch fast eine Woche geöffnet und es gäbe noch eine allerdings
eingeschränkte Auswahl an Essen dort zu erwerben.
Auf dem Weg durch den dichten Wald zu den Pårtehütten trafen wir noch
einige andere Wanderer, die alle freundlich mit dem üblichen “Hej
Hej!” grüßten. Unser seltsames Gefühl beim Anblick fremder Menschen
schwand rasch. Die Hütten selbst sind malerisch auf einer kleinen
Halbinsel im See Sjabtjakjaure gelegen. Wir liefen auf die Halbinsel
und wurden sogleich von einem Schweizer begrüßt und in den warmen
Aufenthaltsraum eingeladen. Wir meldeten uns beim Hüttenwirt an,
wollten auf der Halbinsel zelten und die Einrichtungen der Hütten
nutzen. Vor allem der Trockenraum hatte es uns zu diesem Zeitpunkt
angetan. Wir hängten alle Textilien und unsere Schlafsäcke dort auf
und breiteten den Rest der Ausrüstung auf einem freien Tisch im
Aufenthaltsraum aus. Die nächsten Stunden verbrachten wir in
angenehmen Unterhaltungen mit den anderen Gästen und mit dem
Zubereiten von heißen Getränken und Speisen, unsere Stimmung war
phänomenal gut dank der ungewohnten Annehmlichkeiten.
Pårtehütten
Gesättigt und erwärmt entschied ich, das zu diesem Zeitpunkt ungewohnt
warme Wetter mit Temperaturen um 12ºC zu nutzen, um ein Bad im See zu
nehmen und einige Kleidungsstücke zu waschen. Das Wasser war zwar
klirrend kalt, beim Gedanken an den warmen Ofen, an dem ich mich
schnell wieder aufwärmen konnte störte mich das aber nicht zu sehr.
Zur Krönung des Abends brachte der Hüttenwirt noch frisch gefangenen
und geräucherten Fisch vorbei, den wir als erstes frisches Essen seit
Wochen besonders genossen. Satt und zufrieden legten wir uns in unsere
trockenen Schlafsäcke ins allerdings noch nasse Zelt und schliefen
trotz des heftigen Regens der Nacht so gut wie seit gefühlten
Ewigkeiten nicht mehr.
12. September 2012 - Aktse
Der Wecker weckte uns um 7, denn wir mussten an diesem Tag Aktse
erreichen, was einen Marsch von 24km mit vielen Höhenmetern mit einer
anschließenden 6km Ruderstrecke bedeutete. Im Gastraum bereiteten wir
Frühstück und sammelten unsere ausgebreiteten, mittlerweile gut
getrockneten Ausrütsungsgegenstände ein und bauten zu guter letzt das
Zelt ab, welches sich allerdings in einem katastrophal nassen Zustand
befand. In der Nacht hatte es heftig geregnet und unter dem Zelt hatte
sich eine Pfütze gebildet, sodass das Gewebe beim Einpacken nur so
schwamm. Zu allem Überfluss vergaß ich auch meinen Beutel mit
Heringen, was sich aber erst beim nächsten Aufbauen am Abend bemerkbar
machen sollte.
Das Wetter sah ungünstig aus, zumindest hatte der Regen aber beim
Beginn der Wanderung aufgehört und es zeigten sich zunehmend
Strukturen an den Wolken, eine willkommene Abwechslung zu den
monotonen Nebelschwaden, die die letzten Tage den Himmel dominiert
hatten. Der Regen der Nacht hatte selbst kleine Bäche über ihre Ufer
treten lassen und wir mussten fast die Schuhe ausziehen um Stellen zu
überwinden, bei denen zu normalen Bedingungen ein kleiner Schritt
ausreichte.
Zu unserer großen Freude zeigten sich bald mehr und mehr freie Stellen
in der Wolkendecke, durch die uns ein blauer Himmel anblickte. Das
Wetter klarte immer mehr auf und bald liefen wir bei hellem
Sonnenschein durch den Wald. Der Herbst zeigte sich hier deutlich,
Blätter waren gefärbt und fielen, immernoch vom Regen durchnässt bei
leichten Windstößen auf uns hinab. Wir mussten bald Pause machen, um
uns unserer Regenkleidung zu entledigen.
Der Weg ging leicht bergauf, wir überquerten auf soliden Brücken
reißend schäumende Bäche. An einem von diesen hatte ich zwei Jahre zuvor
an seiner roten Brücke mit Arno gezeltet und ihn als kleinen Rinnsaal
in Errinnerung behalten. Jetzt war er metertief und so laut, dass man
kaum sein eigenes Wort verstanden hätte. Hier hätte man nie und nimmer
eine Furt probieren dürfen, es wäre aussichtslos gewesen.
Der Pfad stieg immer weiter an, die Nadelbäume wurden immer mehr durch
Birken ersetzt und wir erkannten durch das Laub die Anhöhe Huornnásj,
an der vorbei wir zu einem Pass aufsteigen mussten. Je höher wir
kamen, destso spärlicher wurde die Vegetation. Bald erkannten wir den
See, an dem wir am Morgen von den Pårte-Hütten aufgebrochen waren und
auch die Pårek-Ebene, die wir am Tag zuvor überquert hatten. Der
Bårddetjåhkkå war noch von Wolken vor uns verborgen.
Arktischer Nadelwald gibt den Blick auf den Huornnásj frei
Auch oberhalb der Baumgrenze, die wir schnell erreichten, war der
Herbst schon angekommen, die Sträucher, Moose und Gräser zeigten
schöne Färbungen im Sonnenlicht. Der Pass gab den Blick auf das große
Rittak-Tal frei, das von einem Stausee gefüllt und von dichten Wäldern
umringt schimmerte. Der Weg war außerordentlich gut zu gehen und wir
kamen schnell vorwärts. Zwischendurch passierten wir die
Rittak-Schutzhütte, wir machten aber keine Pause sondern wollten so
schnell wie möglich in Aktse ankommen, die Abwechslung im Essen, die
der dortige Proviantverkauf versprach, übte eine ungemeine Anziehung
auf uns aus und wir übertrafen uns mit schmackhaften Träumerein für
unser Abendessen. Eine Umstellung auf Dosenfutter war allerdings das
maximal zu erwartende.
Am späten Nachmittag senkte sich die Hangterrasse, auf der wir bis
dahin entlanggegangen waren und die mächtige Bastion des Bergs
Tjakkeli tauchte vor uns auf und versperrte den Blick auf das berühmte
Delta des Flusses Rapaätno. Wir sahen wieder die fernen Berge des
inneren Sarek, vor allem die drachenartigen Kämme des
Bielloriehpe-Massivs, welche das untere Rapadalen dominierten. Der
Kungsleden ging steil bergab, wieder erfuhren wir einen raschen
Wechsel der Vegetation von Moosen und Flechten zu Gestrüpp und weiter
zu Birkenwäldern bis schließlich wieder dichter arktischer Nadelwald
unseren Weg säumte. Die Sonne stand jetzt schon tief, das Licht war
wundervoll und passte perfekt zur herbstlichen Färbung der Natur und
lud zum Fotografieren ein.
Der lange Weg an dem Tag bescherte uns jedoch langsam müde Muskeln und
wir sehnten uns nach dem Bootsanlieger am Laitaure, der zumindest eine
Abwechslung in der Belastung für mich, eine wohlverdiente Pause für
Maxi versprach. Wir gingen ausnahmsweise einmal getrennt voneinander,
hier bestand keine Gefahr einander zu verlieren und jeder war froh, in
seinem eigenen Laufrhythmus das Vorankommen etwas leichter erleben zu
können.
Zwischendurch gaben sumpfige Stellen immer einmal den Blick auf die
steile Südwand des Skierffe frei, die von der Abendsonne angestrahlt
hell und gewaltig leuchtete. Wir errinnerten uns daran, lange nicht
mehr geklettert zu sein und ich ertappte mich dabei, nach
Aufstiegsrouten durch die Wand zu suchen.
Ich erreichte einige Minuten vor Maxi den Bootsanleger und war sehr
enttäuscht, dort nur ein Boot vorzufinden. Das System der
Bootsüberfahrten am Kungsleden basiert darauf, das immer mindestens
eins der meist drei Boote an jedem Ufer lag. Wir konnten also dieses
Boot nicht einfach so zur Überfahrt nutzen, sondern mussten mit einem
weiteren Boot im Schlepptau zurückkehren, nur um ein weiteres mal auf
die andere Seite zu Rudern. Es hieß also, keine Zeit zu verlieren, um
noch im Hellen die insgesammt drei Überfahrten absolvieren zu können.
Start des Ruderns auf dem LaitaureSkierffeRapadeltaTjahkkelij, Nammásj und Skierffe
Maxi wurde also mit Instruktionen ausgestattet, was ich alles zum
Abendbrot essen möchte (der Hunger war groß und die Liste lang), und
ging nach der ersten Überfahrt los in Richtung Hütte. Ich machte das
Beste aus der Situation und war guter Laune, denn der See war
wunderschön und die Sonne ging langsam über dem Sarek unter, man
konnte wahrlich in schlimmerer Umgebung als beim Rudern über diesen
magischen Ort seinen Abend verbringen. Ich brauchte trotzdem mehrere
Stunden und erreichte erst im Schein meiner Stirnlampe die
Hütten. Dafür entstanden sehr schöne Aufnahmen des Deltas im Abendrot
während meiner Überfahrt und ich war im Nachhinein sehr froh, diese
Aufgabe übernommen zu haben.
Das Abendbrot bestand dann aus Fischdosen mit Nudeln und war weniger
gut als gedacht. Die Auswahl im Laden war zum Ende der Saison nur noch
sehr beschränkt und Maxi hatte probiert, das Beste aus der Situation
zu machen. Ich genoss trotzdem weniger den Geschmack des Essens als
den Anstieg des Blutzuckerspiegels der seit dem letzten Snack am
frühen Nachmittag sicher drastisch gefallen war.
Es waren allerdings noch nicht genug schöne Eindrücke für diesen Tag,
denn beim Weg ins Zelt fragte mich Maxi, was denn das leichte Leuchten
am Horizont zu bedeuten habe. Ich dachte erst an einen letzten Rest
des Sonnenuntergangs, aber die Richtung war Süden statt Westen und die
Sonne war schon längst verschwunden - es mussten Nordlichter sein!
Wir bewaffneten uns also mit unseren Watschuhen (die Wanderstiefel
sollten vor dem Kamin lieber noch weiter trocknen), Kamera und Stativ
und begaben uns auf die große Wiese unterhalb der Hütten um einen
besseren Blick auf die Lichter zu bekommen. Diese wurden immer
stärker, ich machte viele Langzeitbelichtungen und wir staunten über
sich durch den Sternenhimmel windende Bänder aus grünem und leicht
blauen Licht. Nach 45 Minuten verschwanden die Lichter langsam und wir
legten uns ins immernoch platschnasse Zelt, überwältigt von den
Eindrücken dieses Tages.
Nordlichter über dem Skierffe
13. September 2012 - Svine
Der Tag erwachte zu strahlendem Sonnenschein. Wir hielten uns lange
in- und vor der Hütte auf, besonders ich hatte nach dem letzten,
harten Tag mit 13 Stunden harter Arbeit das Bedürfnis, es etwas
langsamer angehen zu lassen. Ein freundlicher Landsmann, der sich auch
sehr für unsere Tour interessierte und schon an vielen Orten, die wir
besucht hatten gewesen war, versorgte mich mit einigen Zigaretten, die
ich vor der Hütte die Sonne aufsaugend genoss. Gegen 10:45 machten wir
uns auf den Weg, den Pfad von der Hütte einen steilen Hang hinauf
folgend. Auf knapp unter 800m Höhe deponierten wir unsere Rucksäcke,
um noch einen Abstecher auf den Gipfel des Skierffe zu unternehmen,
trotz unserer Erschöpfung vom Vortag wollte ich den fantastischen
Ausblick von diesem Gipfel vor Ende der Tour nicht verpassen.
Maxi sah das, wie sich im Laufe des Weges herausstellte, nicht ganz so
enthusiastisch und wir debattierten, obwohl es schon zu spät war, über
die stillschweigende Entscheidung dieses Umweges. Der Weg zog sich,
entgegen meinen Erinnerungen aus früheren Touren doch deutlich länger
als erwartet. Das Wetter war aber gut und die Ausblicke ins Rapadalen
waren auf dem Weg schon sehr schön. Besonders der im Delta steil
aufragende, würfelförmige Berg Nammasj, sah aus dieser Perspektive
spektakulär aus.
Wir trafen einige Wanderer auf dem Weg und als wir den Gipfel über
einen Pfad auf dessen flacher Rückseite erreichten, waren mehrere
Leute auf dem Gipfel und genossen die Aussicht mit uns. Das Wetter war
währendessen allerdings schlechter geworden und über dem Sarek braute
sich eine Schlechtwetterfront zusammen. Wir machten einige Fotos, ich
genoss eine Dose Thunfisch und wir begaben uns auf den Rückweg. Es
begann auf dem Abstieg ein heftiger Schneesturm und wir bedauerten die
uns entgegenkommenden Wanderer, denn sie hätten bestimmt wenig Freude
am Gipfel.
Nammásj und Skierffe vom Pfad auf den SkierffeNammásj und Pårte-MassivGipfelfoto SkierffeBeim Aufstieg auf die Njunjes-Ebene
An unseren Rucksäcken angekommen machten wir uns schnell auf den Weg,
wir stiegen weiter, nun oberhalb der Baumgrenze, auf die
Njunjes-Hochebene hinauf, es schneite nicht mehr aber der Wind war
kalt. Wir sahen vor uns in der Ferne den See Sitojaure, über den wir
die gleichnamingen Hütten erreichen wollten. Der steile Weg hinab zog
sich aber hin und zu unserer Enttäuschung lag am Bootsanleger wieder
nur ein Boot. Um wieder drei mal über den See zu rudern war es aber zu
spät und wir gingen herüber zur Svine-Schutzhütte. Diese kleine Hütte
ist eigentlich nicht für Übernachtungen gedacht, aber ich hatte auch
mit Arno zwei Jahre zuvor schon da übernachtet, weil gar kein Boot auf
unserer Seite lag.
Vor der Hütte standen aber eine stattliche Anzahl von Wanderstöcken
und mir schwante schon, dass wir nicht die einzigen an diesem Abend
sein würden, die die Hütte als Übernachtungsmöglichkeit missbrauchen
wollten. Wir wurden beim Betreten der Hütte herzlich von vier
Deutschen empfangen und sofort eingeladen, uns etwas aufzuwärmen. Bald
kochten wir unser Abendbrot im begrenzten Platz, den die Hütte bot,
erzählten reichlich von unseren Erlebnissen und bekamen sogar einige
Whiskys angeboten. Wir waren uns alle einig, dass die Hütte (mit
vielleicht 12qm Grundfläche) groß genug für die Übernachtung von sechs
Leuten war. Es gab drei Bänke und einen Tisch, Maxi schlief auf dem
Tisch, drei von den anderen auf den Bänken und einer von ihnen mit mir
unter dem Tisch. Durch die vielen Personen war es die ganze Nacht
hindurch angenehm warm. Wir beschlossen, gemeinsam am Morgen das
Problem des dreifachen Ruderns zu lösen.
14. September 2012 - Saltoluokta
Wir standen früh auf und ich bot mich an, die erste Rudertour zu
übernehmen. Die Jungs hatten sogar noch eine bessere Idee, nämlich
dass, sobald wir einmal übergesetzt waren, sie die restlichen Fahrten
übernehmen könnten und wir uns schon auf den Weg nach Saltoluokta
machen durften. Der Vorschlag gefiel mir sehr, war doch der zu
wandernde Weg von der Beschaffenheit sehr einfach, aber mit 20km nicht
gerade kurz und die Sauna und heiße Dusche in Saltoluokta hatten einen
Appeal, den der Leser dieses Reiseberichts an dieser Stelle sicher
nachvollziehen kann.
Die Überfahrt mit vier Personen und deren schweren Rucksäcken war zudem
auch sehr anstrengend, der Wind drehte das Bot in alle möglichen
Richtungen, nur nicht in die der Anlegestelle auf der anderen
Seite. Ich hatte außerdem aus 2 Touren davor viele Bojen in
Errinnerung, die in kurzen Abständen den Weg über den oft flachen und
mit unter der Wasseroberfläche wartenden Steinen wiesen. Von diesen
Bojen war allerdings in diesem Jahr nicht viel zu sehen, lediglich zwei
oder drei zählten wir während der Überfahrt. Wir brauchten trotz
günstigem Wind, mehr in unsere Fahrtrichtung als dagegen, über eine
Stunde für die 6km Ruderstrecke, ich hatte das Gefühl fast
ausschließlich auf einer Seite zu rudern, um das Boot am Drehen zu
hindern und den Kurs zu halten.
Beim Ablegen
Auf der anderen Seite angekommen war Maxi ziemlich durchgefroren, mir
ging es dank der Anstrengung weitaus besser, trotzdem zog ich mir noch
zusätzliche Kleidung an, um auf dem hohen Plateau, auf dem wir den
Rest der Strecke bestreiten sollten, nicht zu frieren. Der Weg
schlängelte sich aus dem Birkenwald hinauf über die Baumgrenze und es
begann heftig zu winden und dazu noch zu schneien. Wir waren
mittlerweile ja einiges gewohnt und waren nur froh, dass es nicht
regnete und dass wir am Abend warm und sicher in Saltoluokta ungeahnte
Maße an Zivilisation wiederentdecken dürften.
Ich hatte nach einigen Stunden das erste Mal auf der Tour, wohl auf
Grund der stetigen Belastung Schmerzen in der linken Archillessehne
und fiel weit hinter Maxi zurück. Als ich sie dann eingeholt hatte,
nahm ich mir eine Schmerztablette aus dem Erste-Hilfe-Paket und danach
ging es besser und wir kamen über die “Autobahn”, die der Kungsleden
an dieser Stelle für uns darstellte rasch vorran.
Ungemütliches Wetter auf dem Weg nach Saltoluokta
Wir machten noch eine Pause in einer weiteren Schutzhütte und kochten
noch ein wenig Brühe und Blaubeersuppe um unsere durchgekühlten Körper
etwas aufzuwärmen, aber hielten uns nicht lange auf. Gegen 18:30
erreichten wir dann endlich Saltoluokta und beschlossen, uns für diese
Nacht ein Bett zu gönnen, um das immernoch total durchnässte Zelt im
Trockenraum trocknen zu können. Wir genossen die heißen Duschen und
(leider nach Geschlechtern getrennten) Saunen ausgiebig und stillten
Hunger und Durst aus dem reichhaltigen Angebot des kleinen Ladens, den
es neben der Rezeption der Fjällstation gab.
15. September 2012 - Saltoluokta
Den nächsten Tag verbrachten wir recht ereignislos ruhig in
Saltoluokta mit Essen, Duschen, Waschen der Kleidung,
Ausrüstungspflege und Saunagängen. Wir unternahmen einen kleinen
Ausflug zum nahegelegenen Samendorf, wo es einige traditionelle
samische Erdhäuser, genannt Kåta, gab, wovon eine eine schön
eingerichtete Kirche war, die man auch von innen besichtigen konnte.
Kirkkåta (Samische Kirche)Kåte von außen (nicht die Kirche)
Wir machten alles für die Rückreise nach Deutschland bereit und
wollten gerade (seltsamerweise mächtig erschöpft vom Nichtstun) ins
Bett gehen, als Maxi am Himmel Nordlichter entdeckte. Wir schlenderten
zum großen Steg, von dem wir am Tag danach das Boot zur Bushaltestelle
nehmen sollten und machten dank des Stativs schöne Aufnahmen der Aurora.
Nordlichter in Saltoluokta 1Nordlichter in Saltoluokta 2
16. September 2012 - Boden
Mit wunderschönem Licht zum Abschied standen wir auf, machten noch
einige Fotos, aßen ausgiebig Frühstück und verbrachten den Tag im
Foyer der Fjällstation lesend vor dem Kamin. Unsere Gedanken drehten
sich schon auf den Alltag zu Hause und wir freuten uns darauf,
Freunde und Familie bald wieder zu sehen.
Bootsanlegesteg beim Ablegen
Pünktlich um 15:45 legte das Boot nach Kebnats auf die andere Seite
des Sees ab und nach einigen Minuten standen wir mit vielen anderen
Wanderern an der Bushaltestelle und warteten auf den Bus ins 120km
entfernte Örtchen Gällivare. Dort angekommen wollten wir uns
eigentlich in einem Supermarkt für die lange Bahnfahrt eindecken,
fanden aber erst den Supermarkt nicht und stellten dann fest dass
dieser geschlossen war. Wir nahmen also in einer Pizzaria, die wir auf
dem Weg gesehen hatten, Pizzen zum Mitnehmen in die Hand und gingen
zum Bahnhof, von dem laut Anzeigetafel um 19:17 ein Zug nach Stockholm
losfahren sollte.
Als wir in diesen einstiegen, informierte uns der Schaffner aber
sogleich, dass der Zug an diesem Tag wegen Bauarbeiten nur bis Boden
fahren sollte, was uns natürlich nicht besonders gut gefiel. Wir
konnten aber daran wenig ändern, der nächste Zug sollte von dort am
nächsten Morgen um 6:37 nach Stockholm losfahren. Gegen 22:00 standen
wir also im winzigen Nest Boden am Bahnhof und suchten nach einer
Übernachtungsmöglichkeit.
Uns sprang bald ein paar Meter vom Bahnhof ein Gebäude mit der
Aufschrift “Vandrarhem” ins Auge, vor dessen verschlossener Tür wir
dann mit zwei deutschen Backpackerinnen standen. Jemand kam uns aus
dem Gebäude entgegen und erklärte uns, dass man sich für eine
Übernachtung von 17 bis 19 Uhr anmelden müsste. Auch ein Telefonat mit
der Besitzerin des Hostels erbrachte uns keine Möglichkeit, dort die
Nacht zu verbringen. Wir bekamen jedoch den Tipp, dass das
nahegelegene Hotel “Standard”, das von außen seinem Namen allzu
gerecht wurde, die günstigste verbleibende Übernachtungsmöglichkeit
dastellte. Dort erfrugen wir, wiederum durch ein Telefon an der
Außenseite des Gebäudes, den Preis und bekamen 700 Kronen, gut 100
Euro als Antwort. Die zwei Mädels nahmen das sofort an, uns war es
aber deutlich zu teuer und wir suchten uns stattdessen in einem
kleinen Waldstück einige hundert Meter entlang der Bahnschienen einen
Zeltplatz, errichteten notdürftig das Zelt und schliefen bald darin ein.
17. September 2012 - Nachtzug Stockholm - Malmö
Am nächsten Morgen nahmen wir dann den frühen Zug um 6:37. Wir
verbrachten den Rest des Tages in unterschiedlichen Zügen, die alle
von für uns, die wir die Standards der Deutschen Bahn AG gewohnt
waren, unglaublich sauberen, schnellen und bequemen Zügen. Es gab
überall kostenloses WLAN, die Toiletten waren in ausgezeichnetem
Zustand, das Personal nett und es gab einmal sogar wegen einer
Jungfernfahrt des Zuges kostenlosen Kaffee und Kanelbulle, das
schwedische Nationalgebäck.
Wir mussten häufig umsteigen, in Luleå, Umeå, Gävle und schließlich
Stockholm, wo wir leider keinen Schnellzug nach Malmö mehr bekamen
sondern uns mit einem Nachtzug zufriedengeben mussten. Zwischendurch
schauten wir auf dem Kameradisplay noch fast alle Bilder an, bevor die
zweite Batterie den Dienst versagte.
19. September 2012 - Eisenhüttenstadt
Morgens in Mamlö nahmen wir nach einem Frühstück aus einem Supermarkt
dann einen Bus nach Trelleborg (der Busfahrer ließ uns, bestimmt wegen
unseres verwilderten Äußeren, kostenlos mitfahren). Dort checkten wir
bei Scandlines in eine Fähre nach Malmö ein und verprassten unsere
letzten Schwedischen Kronen in einem Café.
Nach der Fährüberfahrt waren wir des vielen Reisens eindeutig müde,
mussten noch einen Bus vom Fährterminal nach Sassnitz nehmen um von
dort aus in einen Regionalexpress nach Stralsund zu steigen. Wir
telefonierten mit den Familien, die sich freuten dass wir wieder in
Deutschland angekommen waren.
Von Stralsund aus nahmen wir dann einen weiteren Zug nach Berlin, wo
wir gegen Mitternacht ankamen und uns in einen weiteren Zug nach
Frankfurt Oder begaben. Wir versuchten nachzuzählen wie oft wir schon
umsteigen mussten. Im Vergleich zur Hinfahrt mit zweimaligem Umsteigen
in Malmö und Stockholm war die Rückfahrt zu einer unfreiwilligen
Odyssee geworden. Papa holte uns aber um 1:30 noch in Frankfurt ab
(großen Dank nochmal an dieser Stelle), sodass uns eine weitere Nacht
erspart blieb. Am nächsten Tag waren wir unglaublich froh, wieder
vollständig die Zivilisation erreicht zu haben und erholten uns
ersteinmal von den Strapazen, was allerdings auch eine ausgiebige
Runde Joggen beinhaltete.
Ich habe das Blog mal mit einem neuen System aufgesetzt, das Ganze
sollte jetzt wesentlich schneller laufen und außerdem noch netter
aussehen. Die alten Kommentare werden in den nächsten Stunden
migriert.
Am nächsten Donnerstag geht es übrigens mit Maxi in den
Sarek nach
Nordschweden zum Wandern. Eine Seite mit unserer geplanten Wanderroute
und einigen Planungsdetails habe ich schonmal
hier angelegt. Ihr könnt euch also
schon einmal auf tolle Fotos freuen!
Vor zwei Wochen war ich an einem verregneten Abend mit Hermann auf dem Campus unterwegs, um ein paar Fotos zu machen. Das Ganze ist dann auch eher schwarzweiß geworden, außer natürlich das immer wieder fotogene Foyer der Informatik-Fakultät …
Der Blog musste in den letzten Tagen auf einen neuen Server umziehen, deswegen gibt es jetzt zur Entschädigung einige zusammengewürfelte Fotos aus ein paar Bergfahrten in die Sächsische Schweiz aus den letzten Wochen.
Diese tollen Fotos wurden ausnahmsweise mal nicht von mir gemacht, sondern von meinem Freund Hermann Loose. Gestern Abend haben wir noch das warme Wetter genossen, und im Blüherpark zu Slacklinen.
Ich war letzte Woche zu Gast bei Jan vom CCC Dresden und wurde ausführlich zum Thema “Reisen ohne Infrastruktur” interviewt. Es ging da im Wesentlichen um Ausrüstung und Planung von Trekkingtouren in entlegenen Gebieten.
Die Aufnahme kann man sich direkt hier anhören, oder auf pentamedia.org. Dort sind auch einige Links und Fotos, die man sich beim hören anschauen kann.